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      Mülheim hat manchmal mehr zu bieten als man denkt. Seit 1926 produziert das
      Wasserkraftwerk Raffelberg Strom für die benachbarte Schleuse Raffelberg und
      andere Zwecke. Bei der „Rundfahrt durch das Mülheimer Hafengebiet“ mit der
      Weißen Flotte Mülheim bekommt man nicht nur den Hafen zu sehen, sondern
      auch seltene Einblicke in das Wasserkraftwerk Raffelberg.

      Die Tour vermittelt ganz neue Eindrücke von Mülheim. Hier wird tatsächlich auch
      produziert und nicht nur flaniert oder gewohnt. Während der oft langsamen Fahrt
      blickt man in Fabrikationshallen und auf Firmengelände. Man erblickt Schrott,
      Kräne und Turbinen. Hier und da findet man aber auch eine Werft oder einen
      Zucker verarbeitenden Betrieb der sein Produkt per Fallrohr direkt auf das Schiff
      verlädt.

      Zunächst gleitet das Schiff entlang grüner Uferböschungen mit markanten Land-
      marken, wie dem Wasserturm Aquarius, im Hintergrund. Vögel suchen sich ihr
      Futter oder brüten am Ufer. Die Kontraste zum Hafengebiet könnten nicht
      größer sein.

      Mit dem Bau des Hafens wurde 1825 begonnen. Über 200 ha erstrecken sich
      heute der Nord- und der Südhafen. 340 Firmen haben sich hier angesiedelt.
      Stahlprodukte in vielen Varianten sind das Hauptgeschäft. 1849 floss in der
      Friedrich-Wilhelm-Hütte erstmals flüssiges Roheisen. Die Hütte, einst ein Groß-
      betrieb mit Hochöfen und einigen Tausend Mitarbeitern, ist heute allerdings stark
      geschrumpft.

      Die Idee ein Wasserkraftwerk zu bauen kam erst durch die Schleuse Raffelberg,
      direkt nebenan. Sie wurde zwischen 1914 und 1928 errichtet. Energie war ein
      knappes Gut. Das Gefälle von 6,30 Meter an dieser Stelle war ideal für ein
      Wasserkraftwerk. Die Wahl fiel auf Francis-Turbinen mit senkrechter Welle. Die
      drei großen haben einen Wasserdurchsatz von 30 Kubikmetern pro Sekunde,
      insgesamt 5,2 MW. 1926 ging es in Betrieb und läuft bis heute sehr zuverlässig.
      20 bis 26 Mio. Kilowattstunden pro Jahr mehren auch die Stadtkasse. Es hält
      dabei den Wasserstand des Oberwassers konstant. Die Steuerung ist mittler-
      weile vollautomatisch, was nur noch wenig Personal erfordert. Ein Rechen fischt
      alle Fremdkörper am Einlass heraus, darunter öfters alte Matratzen oder Sofas.
      Einmal waren es allerdings auch Reste eines Wildschweins in einem Plastik-
      sack.

      Das Kraftwerksgebäude wurde von den Architekten Pfeiffer und Großmann
      geplant und 2011grundsaniert. Dabei wurde auch die arg in Mitleidenschaft
      gezogene Fassade mit Vulkangranit aus der Eifel neu aufgebaut. Nun haben die
      Fenster auch endlich Kitt. Die Turbinen sind noch die originalen von damals,
      heute ein technisches Denkmal. Im Juli 2001 ging bereits eine 130 Meter lange
      Fischtreppe mit 44 Becken in Betrieb, um den Fischen die Gefahren der
      Schleuse zu ersparen. Mit Lockstoffen wird ihnen der Eingang schmackhaft
      gemacht.

      Am Ende der Tour erlebt man am Stadthafen wieder den sichtbaren Kontrast
      zum Hafengebiet. Diese Tour wird dieses Jahr noch ein paar Mal angeboten.

      Datum: 13. Mai 2016

      www.muelheim-ruhr.de