abenteuer-ruhrpott.info
Aktuelles
Freizeit 1
Freizeit 2
Bühnen
Veranstaltungen
Buchtipps
Orte zum Feiern
Kontakt
      Relativ ungewohnte Wege geht der Kunstpalast in Düsseldorf mit seiner tollen
      Ausstellung "PS: Ich liebe dich". Der zweideutige Titel passt sehr gut zu den
      gezeigten Luxussportwagen der 1950er bis 1970er Jahre. Insgesamt 29 edle
      Karossen werden auf Sockeln gezeigt.

      Autos werden im Museum zu Kunstwerken stilisiert, Design zur Kunst. Es ist
      nicht völlig neu. So ähnlich gab es das bereits 2004 im Lehmbruck Museum
      in Duisburg, bei den "Pop cars. Deutschland - Amerika". In Düsseldorf ist es
      eine lange Idee des neuen Direktors Felix Krämer. "Ein Museum darf alles
      sein, nur nicht langweilig", so sein Credo. Hinzu kommt, dass das Haus eine
      Designsammlung besitzt, was kaum bekannt ist. Sicher ist auf jeden Fall,
      diese Ausstellung weckt Emotionen. Man hofft, dass sie auch neues
      Publikum ins Museum locken soll.

      Die Designer sind mal bekannt und oftmals weniger bekannt. Alle werden an
      Medienstationen zu den jeweiligen Autos mit vorgestellt. Die Fahrzeuge
      haben zu ihrer Zeit neue Maßstäbe in Sachen Design gesetzt, sie polarisier-
      ten und begeisterten. Oft stammten ihre Erstbesitzer aus den USA. So früh
      nach dem Krieg hatten nicht viele Menschen in Europa das Geld, um sie zu
      erwerben. Später wurden sie dann aus den USA wieder importiert.

      Einige Prototypen sind dabei, so z.B. ein BMW 507 von 1955. Der ausge-
      stellte Jaguar E-Type stand 1961 als erstes Vorführfahrzeug und Hingucker
      auf dem Genfer Autosalon. Vom Mercedes 300 SL Coupé in Bordeauxrot
      gibt es weltweit nur 15 Exemplare. Die Gestaltung der Karosserie und die
      Auswahl der Lackfarben sind wichtige Aspekte in Düsseldorf. So strahlt der
      Porsche 911, ein Klassiker, in einem seltenen Kristallblau. Alfa Romeo
      setzte in den 1950ern Maßstäbe, u. a. mit dem Guilietta Spider. Der rote
      Prototyp vom Alfa Romeo Sprint Speciale von 1957 fällt sofort ins Auge.

      Achten sollte man auf die vielen schönen Details an den Autos. Auch die
      Frontpartien schauen mal aggressiv oder können auch lächeln. Ferrari hatte
      schon immer ein gutes Händchen für Design. Der 250 GT California Spyder
      ist nur einer von mehreren Ferraris der Frühzeit. Schöne Schwünge zeigt
      eine AS Shelby Cobra 289 sowie ein Bizzarrini GT Strada 5300. Ein Höhe-
      punkt ist ebenfalls der Lamborghini Countach 5000 QV mit seiner damals
      aufkommenden Keilform.

      Als Eingangsportal begrüßen die Besucher zwei golden lackierte Lamborghini
      Miura von 1968 und 1970. Das war noch aufregendes Autodesign, wenn
      man die eher langweiligen Entwürfe heutiger Designer dagegen hält. Die
      Epoche der Sportwagen war eine Hochphase mit vielen tollen Entwürfen, die
      heute teure Liebhaberstücke sind.

      Ob man Design nun zur Kunst zählt oder nicht, die sehr schöne Ausstellung
      ist ein echter Hingucker für alle die, die Sinn für schönes Blech haben, pur
      und ganz ohne Siegerkränze oder Pokale.

      Zur Ausstellung ist ein exzellenter Katalog im Hirmer Verlag erschienen, der
      im Shop erhältlich ist.

      Datum: 27. September 2018 bis 10. Februar 2019

      www.smkp.de