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      Es war ein wunderbares Sommerkino ohne Sommer. Wenn die Duisburger
      Philharmoniker in der Gießhalle des Landschaftsparks zum einem Filmkonzert
      laden, dann darf man sich auf einen besonderen Abend freuen, Wetter hin oder
      her. Der Stummfilm „Safety Last“ (USA, 1923) mit Harold Lloyd in der Hauptrolle
      und Carl Davis am Dirigentenpult stand auf dem Programm. Die großen Erwar-       tungen der Besucher wurden nicht enttäuscht.

      Was passt besser als ein klasse Stummfilm, der sich auch noch um waghalsige
      Kraxeleien dreht. Der Deutsche Alpenverein hat gleich nebenan im Park sein
      Trainingsgelände. Obendrein ist man gegen Nässe von oben mit einem aus-
      fahrbaren Dach geschützt. Nichts konnte also an diesem Abend schief gehen.
      Die Gießhalle war natürlich ausverkauft.

      Harold Lloyd war neben Charlie Chaplin und Buster Keaton einer der Stars
      der Ära der Stummfilme. Wie ein Junge von Nebenan kam er daher. Mit Brille
      und Anzug wirkte er wie ein großer Junge, der einen Ausweg aus dem erfolg-
      losen Dasein suchte, um auch endlich mal glücklich zu sein. Auch in „Safety
      Last“ zeigt er seinen gekonnten Slapstick. Um sein Leben in der Stadt erfolg-
      reich zu gestalten und damit seine Geliebte zu überzeugen, klettert er wie eine
      Spinne an der Fassade hinauf zum Dach eines Wolkenkratzers, um oben die
      Liebste ganz überraschend in die Arme zu nehmen. Selbst hungrige Tauben,
      ein bissiger Hund oder sonstige Beschwernisse konnten ihn senkrecht am
      Wolkenkratzer nicht aufhalten. Den Stunt vollbrachte er selbst und ging damit in
      die Filmgeschichte ein. Jeder kennt den hilflosen Harold Lloyd an den Zeigern
      der großen Uhr hängend, ganz großes Kino.

      Begleitet wurde der Stummfilm wunderbar von einer Teilbesetzung der
      Duisburger Philharmoniker, unter der Leitung von Carl Davis. Er wurde von
      Königin Elisabeth II. nicht nur zum Commander of the British Empire ernannt, er
      schrieb auch die Partitur zur dargebotenen Begleitmusik. Sein eigenes Werk
      präsentierte er mit den Philharmonikern vorzüglich. Sensible Szenen wirkten
      eher ruhig, während Dramatik dynamisch und voluminös durch Bläser vermittelt
      wurde. Die Szenen wurden sehr synchron musikalisch präsentiert. Selbst ein-
      zelne Effekte, wie der Bruch einer Holzlatte saßen exakt. Man hörte regelrecht,
      wie nervös Harald war, als ihm in schwindelnder Höhe ein Nager ins Hosenbein
      krabbelte. Musikalisch wurde jede Szene hervorragend aufgenommen und
      begleitet. Die sehr farbige und etwas jazzige Musik der 1920er-Jahre ist heute
      immer noch spannend und begeistert die Zuhörer und -schauer wie in den
      besten Zeiten der Stummfilmära. Weitere zwei Aufführungten, am
      15. und 16. Juli stehen auf dem Programm.

      Datum: 14. Juli 2016
      Laufzeit Sommerkino: 13. Juli bis 21. August 2016

      duisburger-philharmoniker.de
      www.stadtwerke-sommerkino.de