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      Ein spannendes Cross-Over.Projekt präsentierten die Essener Kulturbetriebe in
      der Philharmonie. Die große Kuhn-Orgel begleitete die Ballett Choreografien von
      zwei aktiven Tänzer der Aalto-Kompanie wunderbar. Es war ein wirklich außer-
      gewöhnliches Erlebnis mit dem Kustos Roland Maria Stangier am mobilen
      Spieltisch und den Ballettakteure auf ungewohnter Bühne im Alfried Krupp Saal.
      „Vibrations“ lautete der Titel des Programms.

      Wenn 4502 Pfeifen in der akustisch gelungenen Philharmonie erklingen, dann
      ist das ein besonderes Erlebnis. 2004 war Roland Maria Stangier an der
      Konzeption der Orgel selbst beteiligt. Der Essener Orgel-Professor und inter-
      national gefragte Organist beherrscht die verschiedensten Klangfarben des
      majestätischen Instruments natürlich wie im Schlaf. Ob ein feines Flirren wie
      Grillen in der Nacht oder der monumentale Auftritt, dieser Orgel kann man die
      verschiedenen Klangfarben entlocken. So war dann auch das musikalische
      Programm zugeschnitten, das mit den beiden Choreografen Armen Hakobyan
      und Denis Untila für die Tänzer abgesprochen war. Roland Maria Stangier gab
      ergänzend einige Solostücke zum Besten. So waren Stücke von Alexandre
      Guilmant, Claude Balbastre oder Zsolt Gárdonyi wahre Raritäten, während Bach
      oder Vivaldi für viele Ohren bekannte Klänge waren, insbesondere Bachs
      Toccata d-Moll oder Vivaltis Auszüge aus seinen „Vier Jahreszeiten“. Die Leich-
      tigkeit und die Schwere der musikalischen Stimmungen lagen dem Majestro an
      der Orgel in den Fingern, wobei die leisen Töne besonders beeindruckten.
      Seine Füße bewegten sich sehr geschickt über die Fußpedale.

      Für die beiden präsentierten Choreografien zeichneten die Aalto-Tänzer Armen
      Hakobyan und Denis Untila verantwortlich. Beide sind Mitglieder des Aalto-
      Balletts. Sie konnten sich so schon einmal auf ihre Zeit nach aktiven Laufbahn
      vorbereiten. Armen Hakobyan präsentierte in seinem Werk „Frequencies“
      zwischenmenschlichen Beziehungen in jeder Stimmungslage. Ob sehr harmo-
      nisch mit innigem Kuss und schwebenden Gefühlen oder temperamentvoll in
      der Auseinandersetzung, das Thema ist so vielfältig. Die Suche nach der Liebe
      hat auch Enttäuschungen parat. Mal traf man sich in fahlen Laternenlicht,
      träumte poetisch vor sich hin und ein anderes Mal bestimmten schnelle Schritte
      und Bewegungen die Choreografie. Seine Kolleginnen und Kollegen der
      Kompanie setzten seine Stimmungen in Dur oder Moll gut mit einem modernen
      Tanzstil um.

      Denis Untila widmete sich dem Thema "Post Mortem". Der Tod wird uns alle
      eines nicht bekannten Tages holen. Wie stirbt man auf der Couch, in der
      Badewanne, im Krankenhaus oder im Krieg? Die verschiedenen Arten der Reise
      ins Jenseits wurden nachvollziehbar und teils humorvoll angehaucht dargestellt.
      Was man alles tänzerisch mit einer Badewanne anstellen kann. Die feinen Töne
      von Bach und Vivaldi bewiesen ,das diese Orgel mit den Tänzern ganz sensibel
      harmonierte. Doch was kommt danach? Der Abgang ins Ungewisse endete im
      fahlen und geheimnisvollen Licht hinter einem Türbogen.

      Es waren zwei gute Choreografien von eventuell zwei kommenden Choreografen
      in sehr guter Abstimmung mit der Orgel und dem Licht, das einen bei Solo-
      stücken der Orgel häufig mit Nebel und geschickt gesetzten Sports in ein
      mittelalterliches Kloster entführte. Moderne und Vergangenheit trafen sich
      auf einer Bühne.

      Von der Veranstaltung liegen leider keine Fotps vor.

      Datum: 12. Mai 2017

      www.philharmonie-essen.de