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      Das Thema Kunst wird in Oostende groß geschrieben. Allen voran das Kunst-
      museum Mu.ZEE, mitten in der City gelegen, zeigt in Sonderausstellungen
      gerne Künstler der Region und internationaler Herkunft. Mit der Ausstellung
      "Wintrum Frod" des belgisch-irischen Künstlerduos Els Dietvorst und Orla
      Barry wird das Verhältnis von Mensch und Natur sehenswert behandelt.

      Der Kontakt eines Schäfers am Rande von Brüssel brachte Els Dietvorst und
      Orla Barry auf die Idee, sich im Süden Irlands niederzulassen. Sie gründeten
      eine kleine Schafszucht. 2011 fing alles an. So waren sie der Natur ganz
      nahe, mussten als Anfänger allerdings viel Erfahrung sammeln. Das Ziel
      einen nachhaltigen und respektvollen Umgang mit allem Lebendigen zu leben,
      wurde zum Projekt.

      Die Erfahrungen aus ihrem landwirtschaftlichen Projekt verwandelten sie in
      Kunst. Dabei spielen die Materialien auch eine große Rolle. Holz und Wolle
      sind da beispielhaft anzuführen. Als Künstlerpaar schufen sie sich selbst als
      große Holzstatuen, umgeben von ihren Hunden Mae und Sno. Ebenso in Holz
      verewigt ist ihr Zuchtbock, der auf der Farm für regelmäßigen Nachwuchs
      sorgt. Für die Mutter aller ihrer Schafe gilt, dass sie nicht geschlachtet wird.

      Videos sind ein wichtiges Kommunikationsmittel der beiden Künstlerinnen.
      Schafe züchtet man nicht einfach so. Man liebt seine Tiere, hegt und pflegt
      sie und überlässt se anschließend dem Schlachter. Es sind und bleiben
      Nutztiere. So gilt für Lämmer ein spezifisches Gewicht, um ihr Ende einzu-
      läuten. Als Züchter muss man sich an die Vorgaben der Fleischindustrie
      halten, ohne jegliche Sentimentalitäten. Hier spielen der tägliche Hyper-
      konsum und das kapitalistische Denken mit rein. Die Videos zeigen, wie viel
      Arbeit in einer solchen Farm steckt. Die Arbeit ist nicht so einfach, immer
      am Busen der Natur, mit allen Wetterkapriolen.

      Ihr einst recht einsam stehendes Haus ist heute von einiger Infrastruktur
      umgeben. Es geht ihnen um Vergangenheit und Gegenwart. Der Ausstellungs-
      titel "Wintrum Frod" bedeutet so viel wie "wise in winter". Im Winter liest man
      sich das Wissen an, wenn es draußen kalt wird.

      Sehr interessant ist die Tatsache, dass der zweite Teil der Ausstellung im
      Permekemuseum in Jabbeke zu sehen ist. Das frühere Haus des verstorbe-
      nen Künstlers Constant Permeke (1886-1952), 1930 erbaut, gehört seit 2008
      als Außenstelle zum Mu.ZEE. Obwohl der Park einst wesentlich größer war,
      kann man hier heute immer noch jede Menge Ruhe und Muße tanken. Die
      Arbeiten von Constant Permeke lassen sich in Haus und Park ebenfalls
      bewundern. Dieses Kleinod an Kunstmuseum, etwa 15 Minuten mit dem
      Auto von Oostende entfernt, ist ganz sicher einen Besuch wert. Kunst und
      Natur befinden sich an diesem Ort wunderbar im Einklang.

      Die Eröffnung wurde im Mu.ZEE mit einer außergewöhnlichen Performance
      gefeiert, die die Themen der Arbeiten textlich aufnahm.

      Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der in beiden Häusern erhältlich
      ist.

      Laufzeit: 6. Juli bis 3. November 2019, Mu.ZEE, Oostende/Belgien,
      Pressereise

      www.muzee.be

      Weitere Tipps in Oostende:
      Infos und Fotos zu Oostende
      Infos und Fotos - Mu.Zee - Ausstellung "Pascale Marthine Tayou"
      Infos und Fotos - Strand
      Infos und Fotos - Windjammer "Mercator"
      Infos und Fotos - Klostermuseum "Ten Duinen"