abenteuer-ruhrpott.info
Aktuelles
Freizeit 1
Freizeit 2
Bühnen
Veranstaltungen
Buchtipps
Orte zum Feiern
Kontakt
      Mit "Onegin" von Lohn Cranko präsentiert das Aalto Ballett in Essen einen
      Stoff, der 1967 in Stuttgart uraufgeführt wurde. Klassisch und mit modernen
      Elementen gepaart kann die Inszenierung sehr überzeugen.

      Die Geschichte ist einfach und immer aktuell, solange die Menschheit exis-
      tiert. Eigentlich sind Onegin (Liam Blair) und Tatjana (Yurie Matsuura) für
      einander gemacht, doch er verschmäht sie, zerreist sogar Liebesbrief vor
      ihren Augen. Voller Schmerz rächt sie sich zehn Jahre später auf einem Ball.
      Längst ist sie mit dem Fürst Gremin (Yehor Hordiyenko) verbandelt. Hier
      erkennt Onegin seinen Fehler und fleht um Gnade. Er möchte sie nun doch
      zur Frau, aber auch sein Brief an sie wird verschmäht. Die russische Ehre
      verbietet es ihr, obwohl die Gefühle für ihn durchaus noch existieren. Es ist
      eine tragische Liebesgeschichte Zweier, die nie zusammen gefunden haben.

      Hervorragend live begleitet von den Essen Philharmonikern unter der Leitung
      von Johannes Witt harmonieren Tanz und Musik wundervoll miteinander. Es
      sind wenig bekannte Klavierstücke Tschaikowskis, die für Orchester umge-
      schrieben wurden. Das verliebte Beschwingte, die traurigen Momente wie
      auch das Dramatische werden so klasse transportiert. Es ist ein gefühls-       mäßiges Auf und Ab der Charaktere, die auch oft schauspielerisch gefordert
      sind. Selbst der Humor kommt nicht kurz.

      Tänzerisch ist es eine feine Darbietung. Die vielen Hebefiguren wirken absolut
      federleicht. Dabei gehören die Pas de Deux zu den schwierigsten in der
      Ballettszene. Auch sonst ist die Choreografie leichtfüßig einstudiert. Schön
      sind die tänzerischen Gruppen, ob als Verwandte, Landvolk oder als Peters-
      burger Gesellschaft. Sie geben dem Ballett die nötige Atmosphäre. Die über-
      wiegend klassischen Passagen werden szenisch modern verquickt. Man
      arbeitet bei dem gelungenen Bühnenbild mit hintereinander gelagerten Vor-
      hängen. So entstehen modern gestaltete Zwischenräume, die sehr gut mit
      den prächtigen und eher historischen Kostümen harmonieren.

      Ein lange anhaltender und verdienter Premierenapplaus war der Lohn für alle
      am Stück beteiligten Personen, auf und hinter der Bühne.

      Datum: 10. November 2018

      www.theater-essen.de