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      „Die Odyssee“ im Aalto Theater ist ein getanztes Großepos in kompakten 75
      Minuten. Der komplexe Stoff wird von der Ballettkompanie tänzerisch fein in
      Szene gesetzt, choreografiert vom Franzosen Patrick Delcroix.

      Ein zehn Jahre langer Trojanischer Krieg und die nochmals zehnjährige Irrfahrt
      bieten viel zeitlosen Stoff, wie das Leben selbst. Die zahlreichen Ereignisse um
      Penelope (Yanelis Rodriguez) und König Odysseus (Tomas Ottych) wurden
      chronologisch geordnet und zu zwei parallelen Handlungssträngen zusammen-
      geführt. Das klasse Bühnenbild in Kombination mit den Licht (beides Kees
      Tjebbes) bietet einen sehenswerten Rahmen. Über dem silbrig schimmernden
      Spiegelboden schwebt eine Art Segeltuch, welches grafisch schön gestaltet und
      vom Licht unterschiedlich illuminiert wird. Es symbolisiert optisch stets verän-
      dert den dunkelwogenden Abgrund, Sturm, geschwollene Fluten oder die
      poetischen oder aggressiven Momente. Am Rande wartet Penelope in einer
      typisch griechischen Kulisse treu auf ihren Mann. Im Hintergrund taucht immer
      mal wieder als Vorhersehung das Schiff von Odysseus in den stürmischen
      Wogen des Meeres auf und ab.

      Es beginnt mit dem Abschied Odysseus von Penelope und endet mit einem
      tollen Pas de deux bei der Rückkehr ihres Mannes. Danach fällt der Vorhang.
      Dazwischen gibt es viele intime Momente und Gefühle zu erleben. Der Besucher
      wird von der Kompanie quasi mitgenommen auf die lange Reise. Prägnant sind
      die immer wieder bedrohlichen Situationen und Liebesbeziehungen, denen
      Odysseus nicht abgeneigt ist. Tänzerisch sind die Pas de deux echte Hin-
      gucker, moderner Ausdruckstanz ohne Spitzentanz, aber mit vielen Hebefiguren.
      Ob Skyla, Athene, Kirke oder Kalypso, der tänzerische Ausdruck ist sehr fein
      choreografiert, was auch für Penelope und ihre Freier gilt. Die Tänzerinnen und
      Tänzer schweben federleicht über die Bühne. Selbst die zahlreichen Hebefiguren
      scheinen Tomas Ottych nicht anzustrengen.

      Musikalisch haben viele Köpfe kompositorisch mitgewirkt. Sie klingt oft ruhig,
      dunkel und mythisch, kann aber auch Temperament entwickeln. Bühnenbild,
      Tanz, Licht und die Musik harmonieren hervorragend miteinander.

      Datum: 19. Juni 2016 (weitere Vorstellungen)

      www.aalto-ballett-theater.de