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      Die „Night of the proms“ 2016 setzte Maßstäbe und zauberte in der Arena
      Oberhausen Momente auf die Bühne, die man so schnell nicht vergessen wird.
      Um das Fazit vorwegzunehmen, die Auswahl der Songs und die Setlist, die
      Künstler und das sehr gut gesetzte Licht machten diese Show zu einem ganz
      feinen Erlebnis mit großem Genussfaktor.

      Der große Star war jedenfalls das Sinfonieorchester Il Novecento unter der
      Leitung der neuen Dirigentin Alexandra Arrieche. Sie stammt aus Brasilien
      und wird in USA bereits gefeiert. Mit ihrem sehr emotionalen Stil riss sie nicht
      nur ihr Orchester mit. Unisono betonten alle Künstler, wie sehr sie diesen
      Klangkörper ehrlich hinter sich zu schätzen wussten. Hinzu kamen der herrliche
      Chor „Fine Fleurs“, die Backround-Vocals „Pretty Vanillas“ und die „Backbones“
      an den Pop- und Rock-Instrumenten. Sie alle gaben den vorzüglichen Rahmen
      für die Gesangseinlagen der namhaften Stars vor.

      Niemand, egal ob Ronan Keating, die Simple Minds, Natasha Bedingfield,
      Stefanie Heinzmann, John Miles oder das Streichertrio „Time For Three“ aus den
      USA, enttäuschte die Zuschauer. Als erste musste Stefanie Heinzmann die
      Bühne rocken und Stimmung machen. Ihre Songs wie „My man is mean man“,
      „On fire“ und „In the end“ waren geschickt umarrangiert, mehr souliger und
      ruhiger. So kam ihre tolle Soul-Stimme richtig gut zur Geltung. Obwohl sie nicht
      der typische Einheizer war, wurde sie mit sehr viel Beifall bedacht. Sie war es
      auch, die dem Publikum ein großes Konzert mit tollen Künstlern versprach. Wie
      wahr waren ihre Worte am Ende.

      Mit Natasha Bedingfield aus Großbritannien kam eine weitere große Stimme auf
      die Bühne. Mit „Unwritten“, „Soulmate“, „These words“ und als I-Tüpfelchen
      „Purple rain“ von Prince setzte sich nicht nur gesanglich ein unübersehbares
      Zeichen, sondern auch durch ihre sehr auffällige Garderobe.

      Das Streichertrio „Time For Three“ zeigte solo oder als Begleitung anderer
      Künstler, dass ihre klassische Musik nicht von der Stange ist. Die drei Jungs
      haben richtig was drauf. Mit „Ogden“, „Toxic“ oder „Free soul“, eine sehr
      berührende Anteilnahme bezüglich des Terroranschlags in einem Pariser
      Musikclub 2016, rissen sie das Publikum mit oder lie0en es andächtig lauschen.
      Das war bei klassischen Nummern in den letzten Jahren nicht immer so.

      Ronan Keating ist der große Frauenversteher und der perfekte Entertainer
      schlechthin, der aber auch mit einer großen Stimme ausgestattet ist. Locker
      leicht tänzelte er über die Bühne, während er so Hits wie „If tomorrow never
      comes“, „When you say nothing at all“, „Life is a rollercoaster“, oder gemeinsam
      mit John Miles, „Father and son“ präsentierte. So mancher Ehegatte im Publi-
      kum muss, bei solch einer Ansprache, noch etwas üben. Souverän überzeugte
      er nicht die Frauen und suchte dabei auch den direkten Kontakt unten im
      Publikum.

      Bis hierhin war es ein wirklich sehr feines und eher ruhiges Programm zum
      richtigen Genießen in einer lauten und aufgewühlten Zeit. Blickt man auf die
      Weltlage, gibt es wenig Grund zum Feiern. Die Simple Minds machten aus dem
      Genuss fortan einen rockigen Genuss. Das Licht wurde noch etwas aufgedreht
      und das Publikum ging ordentlich mit. Jim und Charlie verzückten die Halle mit
      so Songs wie „Waterfront“, „Alive and Kicking“, „Sanctify“ oder „Don’t you forget
      about me“. Ein ganz besonderer Moment, vielleicht sogar der Moment des
      Konzerts, war „Belfast child“. 10.000 Zuschauer und man hätte eine Stecknadel
      fallen hören können. Begleitet wurden sie bei dieser Songikone sehr sensibel
      und gekonnt von „Time For Three“.

      Natürlich ließ auch John Miles seine Stimme erklingen. Mit dem wunderbaren
      „Summertime“ und seiner Hymne „Music“ hatte er zwei echte Klassiker am
      Start, die komplett überzeugten. Gemeinsame Songs der Künstler gab es eben-
      so, mit dem Finale von „Heroes“ am Ende. Lobenswert war die gute Auswahl
      klassischer Stücke, z. B. aus Carmen, italienische Klänge, TV-Serienmusik aus
      „The games of Thrones“, ein Walzer aus „Maskerade“, „Die Frühlingsweihe“ von
      Strawinsky oder Musik von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Schöne ruhige Film-
      sequenzen auf der Videowall mit Motiven wie Polarlichtern oder wunderbaren
      Naturszenen unterstützen die Klänge sehr passend. Uwe Bahn führte unter-
      haltsam durch das Programm.

      Es war eine richtig großes Konzert mit vielen tollen Songs, klasse Musikern
      und sympathischen Künstlern. Für die „Night of the proms“ 2017 ist bereits
      Roger Hodgsen angekündigt, mit seinen Hits von Supertramp. Klingt schon mal
      gut als Appetithappen. Der VVK läuft bereits.

      Datum: 27. November 2016 in Oberhausen

      www.notp.com