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      Wolfgang Niedecken ist wieder mal mit seiner großartigen Band auf Tour,
      diesmal sogar mit drei Bläsern, die den Sound auf ihre Art verfeinern. Die
      Köln-Arena war eine der ersten Stationen der Tour. Leider muss nach gut
      drei Stunden ein Niedecken-Konzert auch mal enden. Die Fans gingen
      verzückt nach Hause.

      Obwohl Wolfgang Niedecken schon 40 Jahre auf der Bühne steht, kam ihm
      beim "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert" eine neue Idee. Die Bläser
      Christoph Moschberger, Axel Müller und Johannes Goltz sollten mit auf Tour,
      was sie auch gerne taten. So ist etwa die Hälfte der Songs ganz besonders
      arrangiert. So ganz fremd sind Wolfgang Niedecken Bläser ja nicht. Mit Jens
      Streifling hatte er mal einen tollen Multiinstrumentalisten, u. a. am Saxophon,
      in der Band. Auf jeden Fall war es ein sehr schönes Familienkonzert mit
      vielen Songs, die Wolfgang Niedeckens Familie inhaltlich betrafen. Seine
      Lieben waren natürlich auch in der Halle, auch eine hundertjährige Tante, die
      durchhalten musste.

      Zu hören gab es einige Songs, die eher ruhig daher kamen oder bisher
      wenig live gespielt wurden. Bassist Werner Kopal hatte allerdings Rücken
      und wurde durch Marius Goldhammer sehr gut ersetzt. Mit dabei waren auch
      die wunderbare Anne de Wolff mit diversen Instrumenten sowie natürlich
      Michael Nass (Keyboards, Akkordeon) und Sönke Reich am Schlagzeug.
      Ulrich Rode an der Gitarre ist aus der Band nicht mehr wegzudenken,
      verkörpert die besondere Note in einer erstklassigen Band.

      Zu hören gab es u. a. "Songs sinn Dräume", "Absurdistan", "Anna", "Nemm
      mich met", "Reinrassige Straßenköter", "Psycho Rodeo", "Et ess wie`t ess",
      "Nix wie bisher", "Ruut, wiess, blau, querjestriefte Frau", "Vision von Europa"
      oder "Do kanns zaubere" standen auf der Liste. Beim "Chippendale Desch",
      ein berührender Song für Niedecken, wischte er sich ein paar Tränchen aus
      den Augen. An diesem Tisch lernte er u. a. die ersten Gitarrengriffe auf der
      Gitarre seines 20 Jahres älteren Halbbruders. Der "Jupp" ist ein Muss bei
      einem BAP-Konzert. Die ehemalige Zufallsbekanntschaft in einer Kneipe ist
      immer ein Höhepunkt. Gerne erzählte Wolfgang Niedecken Anekdoten aus
      der Anfangszeit. Man rockte Kneipen und einen Jugendclub. Manchmal hörte
      kaum einer zu. Natürlich waren die Familie Niedecken und seine Heimat-
      stadt im Mittelpunkt des Abends. Fotos aus der Zeit wurden regelmäßig als
      Bühnenbild eingeblendet. Er ist derjenige, der zu Hause das private Foto-
      archiv verwaltet. Seine Frau Tina steuerte ebenfalls Fotos und Filme aus Köln
      dabei. Man merkte, dass man Köln war. So wehte Niedeckens Leben eher
      nachdenklich und fein präsentiert durch die fast ausverkaufte Halle. Als
      Überraschungsgäste waren die Moderatoren des ARD-Morgenmagazins und
      Björn Heuser auf der Bühne.

      Auffällig und ungewöhnlich war, dass erst nach ungefähr zwei Stunden die
      erwartete BAP-Stimmung im Heimathafen aufkam. "Kristallnaach" und
      "Arsch huh" waren das Startsignal. "Ihr könnt so schön singen", entkam es
      Wolfgang Niedecken. Jetzt wurde es ein stimmungsvolles Stehkonzert, auch
      auf den Rängen. Was vorher musikalisch fein arrangiert war, rockte nun
      richtig. "Aff un zo" lud zum Tanzen ein. Zum Schluss gab es die musikalische
      Ode an den Vater mit "Sowieso" und endlich auch "Verdamp lang her" zu
      erleben. Ein insgesamt sehr gutes Timing! Als Zugabe intonierte die Halle laut
      den Klassiker "Jraaduss".

      Der Soundtrack seines Lebens war ein echtes Erlebnis, auch wenn es über
      weite Strecken etwas ungewohnt klang. Immer nur laut rocken kann ja jede
      Band. Mit einem gut gelaunten "Maat et joot und bess demnächst" schickte
      er die Fans nach Hause.

      Am 31. Oktober 2018 kehrt er für das letzte Konzert der Tour nach Köln
      zurück, ins Palladium, wo man ihm räumlich deutlich näher sein wird.

      Datum: 2. Juni 2018, Köln Arena

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