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      Mit "Nachts" präsentiert das Theater Oberhausen im kleinen Haus ein
      anspruchsvolles und wunderbares Stück für Kinder ab 4 Jahren, an dem auch
      erwachsene Begleiter Spaß haben und viel Raum zum entschleunigten Nach-
      denken finden. Regie führte Franziska Henschel.

      Wenn man den Theaterraum betritt, macht man große Augen. Man nimmt Platz
      auf im Eck hoch gestapelten Bühnenböden mit Teppich gepolstert. Stühle gibt
      es keine. Eine richtig gute Idee, die die Atmosphäre auflockert und Kindern
      auch die Möglichkeit bietet, das Stück bequem auf dem Bauch liegend zu ver-
      folgen. Das Bühnenbild mit herunter hängenden Fäden verspricht zudem
      geheimnisvolle Momente in der Nacht.

      Die Nacht ist wirklich geheimnisvoll. Was passiert mit uns während wir
      schlafen? Muss man sich vor Träumen fürchten? Kann man im Bett vielleicht gut
      nachdenken? Wie gehen wir mit Stille um? Die Zeit verzögert sich nachts, dafür
      ist das Ticken der Uhr umso lauter. Unheimlich liebevoll wurde die Bühne
      gestaltet. Wenige Requisiten, aber sehr passende, regen die Fantasie an. Die
      hängenden Fäden wirken wie ein Sternenhimmel fluoreszierend in der Dunkel-
      heit. Eine Badewanne, eine fahrende Tisch-Stuhl-Kombi, ein elegantes Kleid
      oder Skier stehen als bewegliche Dinge symbolhaft für die wundersame Welt in
      der Nacht, wo wir in uns selbst schauen. Über einem Pony hängt ein
      Regenschirm.

      Ein Nachtfalter (Christian Bayer), Batman (Torsten Bauer), ein Schlafwandler
      (Burak Hoffmann) und die Königin der Nacht (Ayana Goldstein) führen durch die
      Nacht. Sie stellen Fragen und beruhigen die bösen Nachgedanken. Der Falter
      faltet Papier, denn nur Dinge die sich berühren verspüren keinen Hass. Träume
      werden als Abenteuerland vermittelt. Mystischer Nebel wabert über die Bühne.
      Man kann im Traum fliegen oder verrückte Dinge machen. Der Schlafwandler
      kuschelt mit dem Publikum und man setzt sich zu den kleinen Gästen um mit
      ihnen das Gespräch zu suchen, während Vogelgezwitscher ertönt. Ein schön
      gestaltetes Pop-up Buch (Andrea Barber) spricht die Kinder besonders an. Man
      verwendet kleine phantasievolle Dinge und viele leise Töne. Das Rauschen des
      WCs im Nachbarraum bei Stille gehört dazu. Für die sehr schöne Live-Musik
      auf einer Flöte sorgt Conni Trieder. Außerdem wird die tolle Stimmung durch
      schönes Licht erzeugt, wozu auch Taschenlampen zählen.

      Endlich konnten die beteiligten Neuen im Ensemble in diesem tollen Stück mal
      wirklich beweisen, was sie schauspielerisch drauf haben. Eine ganze Menge!
      Bisher hatte sie leider eher undankbare Rollen in anderen Stücken zu spielen.

      Die Schauspieler wünschen den Zuschauern mit diesem positiv kreativen Stück
      eine "Gute Nacht", keine schlechte. Es sind 50 intelligent inszenierte Minuten,
      die immer kurzweilig daher kommen. Obwohl die Art der Darstellung von vielen
      Kindertheatervorstellungen abweicht, folgen die Kinder aufmerksam still oder
      rege der Handlung.

      Datum: 17. November 2017 (Premiere)

      www.theater-oberhausen.de