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MiR Dance Company geht online
Eigentlich hätte "Shoot Me Into The Green Screen" am 25. April 2020 Premiere im Kleinen Haus des MiR feiern sollen. Doch anstatt Trübsal zu blasen und darauf zu warten, dass das Publikum wieder ins Theater darf, hat die MiR Dance Company beschlossen, mit ihrem digitalen Tanzprojekt stattdessen zu den Zuschauern nach Hause zu kommen: online ab 16. Mai um 19:30 Uhr unter mir.ruhr/alternativ.

"Shoot Me Into The Green Screen" präsentiert vor einem Green Screen - einer grünen Leinwand - drei Choreografien von Giuseppe Spota, Antonin Comestaz und Erion Kruja, und erzeugt mithilfe wechselnder Hintergründe beim Publikum unterschiedliche Wahrnehmungen und Emotionen. "Unser Abend "Shoot Me Into The Green Screen" sollte am 25. April Premiere haben. Es ist uns zurzeit nicht möglich, unsere Idee auf die Bühne zu bringen, aber wir haben es geschafft, unsere drei verschiedenen Stücke innerhalb der digitalen Realität umzusetzen. Dort sind unseren Tänzerinnen und Tänzern keine Grenzen gesetzt, auch nicht hinsichtlich des Sicherheitsabstandes, den wir in dieser Zeit einhalten müssen. Alle wurden nacheinander gefilmt, und danach konnten wir sie in den gleichen digitalen Raum stellen", erklärt Giuseppe Spota, MiR Dance Company Direktor und Choreograf des ersten Stückes dieser außergewöhnlichen Produktion.

In einer Live-Aufführung wird das Publikum normalerweise in eine Realität versetzt, die der Choreograf mit verschiedenen Arten von Bühnenbildern schafft. Es kann ein Raum mit Möbeln, hohen Wänden oder ein Wald mit einer Bühne voller Bäume sein... das Publikum erkennt, wo alles stattfindet. Mit "Shoot Me Into The Green Screen" haben die Tänzerinnen und Tänzer und die Choreografinnen und Choreografen all die Möglichkeiten, die eine digitale Realität schaffen kann; in einem Green-Screen-Raum, in dem normalerweise Filmregisseure die Spezialeffekte für ihre Filme drehen. Im Film sehen wir nicht den ganzen Prozess, den diese Szenen gewöhnlich haben; an unserem Abend wird das Publikum eine Choreografie live auf einer Deckbühne mit grünem Boden und grünen Wänden erleben und sich den konkreten Raum dazu imaginieren. Am Ende der Choreografie kann es dasselbe Stück in digitaler Realität erleben, in der alle menschlichen Grenzen durchbrochen werden.

"Die Choreographie, die Kostüme und sogar das Green-Screen-Set sind noch in Arbeit. Aber mit großer Unterstützung des Hauses ist es uns gelungen, einige Szenen in einem Green-ScreenRaum zu drehen, um diese Trailer realisieren zu können", sagt Spota.

Das erste Stück, das ab 16. Mai auf mir.ruhr/alternativ präsentiert wird, stammt von Giuseppe Spota: Ausgehend vom Mythos des Narziss stellt er die allgemeingültige Frage darüber, ob sich Menschen in das Bild verlieben, das sie anderen vorgeben (wollen). Aber ist es immer das wahre Bild, das dabei präsentiert wird? Oder fürchten wir uns davor, zu zeigen, wer wir wirklich sind? Die weiteren Stücke von Antonin Comestaz und Erion Kruja folgen am 17. und 24. Mai.

Am 17. Mai folgt der zweite Teil mit "AUFZUG IM NOTFALL NICHT BENUTZEN" von Antonin Comestaz: Ein Aufzug ist ein Ort, an dem sich die Wege von einander fremden Menschen zufällig kreuzen. Wirklich zufällig? In welchem Verhältnis spielen denn Schicksal und Zufall eine Rolle bei alltäglichen Begegnungen und ihren Folgen? In "Aufzug im Notfall nicht benutzen" folgen wir den Protagonisten auf ihren Wegen und entdecken Geschichten und Zusammenhänge, die die Vorstellung von freiem Willen und Bestimmung in Frage stellen.

Datum: 15. Mai 2020

www.musiktheater-im-revier.de