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      Mit der "Gala zur Spielzeiteröffnung 19.20" im Großen Haus beginnt für das
      Musiktheater im Revier (MiR) die neue Spielzeit, die viele spannende Veran-
      staltungen verspricht. Vor ausverkauftem Haus gab es Einblicke in kom-
      mende künstlerische Projekte. Das MiR wird dieses Jahr übrigens 60 Jahre
      alt. So alt wirkt es überhaupt nicht.

      Die Zeit ohne das MiR ist nun endlich vorbei und die Sommerpause beendet.
      Inhaltlich geht es um den Diskurs in der Gesellschaft, um Freiheit und Fremd-
      sein. Wir sind ein sehr diverses Land mit vielen unterschiedlichen Individuen.
      Auch am MiR gibt es viele verschiedene Nationen unter den Mitarbeitern.
      Das alles gilt es sinnvoll zu nutzen und zusammenzuführen.

      Auf der Bühne präsentierte die Neue Philharmonie Westfalen prächtig Aus-
      schnitte aus einzelnen Projekten der Spielzeit. Am Pult standen neben
      Rasmus Baumann und Giuliano Betta auch Peter Goller und Bernhard
      Stengel. Dazu gehörte die Oper "Frankenstein", die erstmals vom neuen
      fünfköpfigen Puppenspieler-Ensemble präsentiert wurde. Sie studieren aktuell
      noch an der Ernst-Busch-Schule in Berlin. Puppen dürfen alles das sagen,
      was wir Menschen besser unterlassen sollen. Deshalb wurde diese Kunst in
      der Nazi-Zeit auf das Kindertheater reduziert. Die neue Sparte ist ein echter
      Gewinn für das Haus, natürlich hauptsächlich für Erwachsene.

      Man darf sich freuen, z.B. auf die Operette "Der Zigeunerbaron". "Madama
      Butterfly", "Die Sache Makropopulus", Orlando Paladino" und natürlich
      "Frau Luna". Letztere bildete auch das Finale aller Beteiligten, die mit der
      "Berliner Luft" Lust versprühten. Gesanglich trat das gesangliche Ensemble
      des MiR dazu in Erscheinung, inklusive des Opernchors. Es wurde dabei
      auch an den sehr geschätzten Rüdiger Frank gedacht, der kürzlich verstarb.
      Am Ende der Spielzeit werden Noriko Ogawa-Yatake und Christa Platzer
      ihre Rente genießen können. Beide stimmten gemeinsam ein Katzenjammer-
      Duett an, "Miau". Mit Lina Hoffmann ist die junge Generation schon nach-
      gerückt. In der Pause gab Rina Hirayama, eine wirklich junge Sängerin, im
      schönen Foyer mit einer Arie aus "La Cenerentola" wunderschön den Ton an.
      Was für eine tolle Bühne für ein großes Nachwuchstalent.

      Sehr viel Applaus, und das zu Recht, heimste die neue Ballettkompanie ein.
      Sie harmonieren schon richtig gut und das Gezeigte sprach die Zuschauer an.
      Der Stil von Ballettchef Guiseppe Spota ist zeitgenössischer, dynamischer
      und kraftvoller. Daran wird sich das Publikum gewöhnen müssen. So gut wie
      die neuen Tänzerinnen und Tänzer jetzt schon aufgenommen werden, kann
      man positiv in die Zukunft blicken und gespannt sein. Guiseppe Spota sprüht
      vor guten Ideen.

      Ganz wichtig war die Verleihung der 22. Gelsenkirchener Theaterpreise 2019.
      Regisseur Manuel Schmitt wurde für seine tolle Inszenierung der Oper
      "Die Perlenfischer" ausgezeichnet. Man erinnert sich gerne an den animierten
      Taucher auf dem transparenten Vorhang. Die Tänzerin Hitomi Kuhara, die
      letzte Verbliebene aus der alten Kompanie, wurde für ihren Puck aus dem
      "Sommernachtsraum" geehrt. Es war eine große Rolle. Dritter Preisträger
      war der junge südafrikanische Tenor Khanyiso Gwenxane.

      Zum Ende wünschte der wie immer sehr unterhaltsam und sympathisch
      moderierende Generalintendant Michael Schulz mit einem Augenzwinkern
      "schöne elf Monate in der Barockstadt Gelsenkirchen". Es erstaunt eben
      immer wieder, dass die Mitarbeiter des Hauses im etwas verschrienen
      Gelsenkirchen ein so exzellentes Programm produzieren. Das MiR ist für
      Michael Schulz das "schönste Opernhaus der Region", was räumlich
      gesehen doch stark untertrieben erscheint.

      Datum: 8. September 2019

      musiktheater-im-revier.de