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Vorstellung des 'Masterplan Freizeitschifffahrt' durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Berlin
Ob mit Jolle, Kanu oder Hausboot, viele Deutsche genießen es, in ihrer Freizeit auf dem Wasser unterwegs zu sein. Wie die Infrastruktur verbessert werden kann, während gleichzeitig die Umwelt geschützt wird, steht im neuen Masterplan Freizeitschifffahrt, den Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, in Berlin bei einer Online-Veranstaltung präsentierte.

Freizeit- und Urlaubsaktivitäten wurden in den letzten Jahren immer öfter im, auf oder am Wasser ausgeübt. Deutschland hat insgesamt 7.300 km Binnenwasserstraßen. Das Gebiet um Müritz, Havel und Spree ist das größte zusammenhängende Wassererholungsgebiet Europas. 460.000 Boote gibt es in Deutschland, 75.000 Charterboote in Europa, ein Zuwachs von 25% in fünf Jahren. Statt eines Hotels oder eines Campingplätze werden immer öfter Hausboote gemietet.

Egal ob mit Muskelkraft oder Motor, die Freizeit auf dem Wasser wird immer beliebter und kommt der Berufsschifffahrt teilweise in die Quere. Insbesondere gilt das für Schleusen, die nicht selten in die Jahre gekommen sind. Hier stellt sich die Frage, wie man diese saniert. Sollen diese zusätzlich mit Warteplärtzen, Wartepunkten, Gastronomie, sanitäre Einrichtungen, besserer Ausleuchtung, Umtrageeinrichtungen, Ein- und Ausstiegsstellen und anderen Servicedienstleistungen für Wasserfreizeitsportler ergänzt werden? Die Digitalisierung, wie z.B. WLAN auf dem Wasser, darf nicht vergessen werden, inklusive automatischer Steuerungen für Freizeitkapitäne. Die Routing-App My-Elvis befindet sich in der Entwicklung.

Wichtig für den Erholungswert sind ökologische Maßnahmen. Es gibt mittlerweile Bootsrümpfe aus Flachs und anderen nachhaltigen Materialien. Motoren mit umweltfreundlichen Antrieben werden immer beliebter. Für E-Antriebe sollten allerdings die Ladestecker europaweit vereinheitlicht werden. Auch die Ufer lassen sich renaturieren, was die Attraktivität einer Tourismusregion deutlich erhöht. Dafür sollten allerdings die Freizeitkapitäne für ökologisch wertvolle Uferbereiche und andere Umweltthemen per App sensibilisiert werden.

Um alles das zu optimieren ist eine übergreifende Kommunikation verschiedener Stellen und Ebenen notwendig, ein großer runder Tisch mit Vertretern aus unterschiedlichen Ministerien und regionalen Kräften. Während der Bund sich um die Bundeswasserstraßen kümmert, sorgen die Kommunen für die touristische Infrastruktur an Land, was besonders strukturschwachen Gegenden zu gute kommt.

Nach und nach werden die Punkte des Masterplans nun abgearbeitet. Alles auf einmal lässt sich nicht realisieren, aber rund 65 Mio. Euro stehen auf jeden Fall zur Verfügung. Man bemüht sich um eine Aufstockung der Mittel, um den Erlebnisraum Wasser mit einem koordinierten Multiprojektmanagement in einem vernünftigen Dialogprozess noch attraktiver zu gestalten. Probleme wie hier und da fehlendes Fachpersonal, zu wenige Marinas oder noch nicht ausgereifte technische Entwicklungen müssen noch gelöst werden.

Datum: 8. Juni 2021

masterplan-freizeitschifffahrt.bund.de