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Ausstellung 'Heinz Mack' im Museum Kunstpalast
Einen ganz großen der zeitgenössischen deutschen Kunstszene ehrt der Kunstpalast in Düsseldorf zu seinem 90. Geburtstag. 100 Arbeiten von Heinz Mack sind in der sehr spannenden Ausstellung „Heinz Mack“ zu erleben. Es ist sein Frühwerk aus den 1950ern bis 1970ern, das bis heute sein künstlerisches Schaffen beeinflusst.

Heinz Mack lebt und arbeitet in Mönchengladbach und auf Ibiza. Trotz seines hohen Alters ist er noch immer künstlerisch aktiv. Es sind seine frühen Arbeiten, die schon zu Beginn seine Herangehensweise an die Kunst prägten. Es begann mit Fotos in seiner ländlich geprägten hessischen Heimat. Man erkennt in den Fotos aus den 1940ern Äcker, Wiesen und Waldränder mit natürlichen Strukturen. Diese sollten eine Grundlage für weitere strukturell geprägte Arbeiten in den kommenden Jahrzehnten sein. Eine andere frühe Inspiration war die Musik. Mack spielt gerne Klavier. Die musikalische Dynamik setzte er in verschiedenen Arbeiten um. So entstand 1958 sein „Weißer Rotor“. Es sollte nicht sein letzter sein.

Mack dachte weiter. Architektur und Bühnenbilder sind ebenfalls ein Ausdruck von Kunst. Auf einem Bildschirm kann man seine realisierten Entwürfe von Bühnenbildern aus den 1960er und 1970er Jahren bewundern, visionäre Kinder ihrer Zeit, die mit der damaligen Opernszene wenig zu tun hatten. Hier sind Parallelen zu seinen sonstigen Arbeiten gut zu erkennen. Sein Architekturmodell für ein Krankenhaus im Senegal von 1965 steht heutigen Architektenentwürfen in nichts nach.

Sein experimentelles Denken setzte sich in seinen Silberlicht-Arbeiten fort. Reflektierende Werkstoffe aus dem Flugzeug- und Raketenbau entfremdete Mack zu Spiegelrastern, strukturierten Metallfolien oder rotierenden Aluminiumgittern. Licht und Raum spielen ebenfalls bei seinen lichtkinetischen Arbeiten eine große Rolle. Das große 9-teilige Mobilé „Rondo“ (1963/1964) ist durch die Bewegung sehr wechselhaft in seiner Wirkung im Raum. Reflektierende Eigenschaften, sowie Schattenwürfe, gehen einher.

Im Jahre 1959 brach er in die Wüste auf, um sein „Sahara-Projekt“ zu verwirklichen. Es folgten Lichtexperimente in den Wüsten Afrikas mit Kuben, Spiegeln, Flügelreliefs, Segeln oder Fahnen. Der Film „Tele-Mack“, der in diesem Zusammenhang entstand, ist in der Ausstellung zu sehen. Von der Wüste in Arktis. Mack war kein Extrem zu schwierig. Er erschuf schwimmende Plexiglaskörper, Licht-Blumen, Licht-Pyramiden oder Eiskristalle.

Mack ist ein Lichtforscher. Die spektrale, farbige Zusammensetzung des Lichts wird in großformatigen Gemälden oder teilweise motorbetriebenen Acrylglas-Objekten faszinierend thematisiert. Farbe wirkt unter verschieden Lichtintensitäten durchaus differenziert.

Diese großartige Ausstellung ist ein faszinierendes Gesamtkunstwerk aus klasse Arbeiten, für die man sich Zeit nehmen sollte. Dieses Frühwerk beeinflusst bis heute in sein Schaffen und hat viele seiner KollegInnen tief inspiriert, Kunst in ihrer vielleicht spannendsten Form. Man wünscht ihm noch einige kreative Jahre unter Sonne Spaniens.

Das begleitende Ausstellungsbuch ist im Verlag der Buchhandlung Walter und Franz König erschienen und im Museum erhältlich. Laufzeit: bis 30. Mai 2021

www.kunstpalast.de