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      In gesellschaftlich ziemlich schwierigen Zeiten präsentiert das K20 eine
      bemerkenswerte Ausstellung mit dem Titel "Art et Liberté - Umbruch, Krieg und
      Surrealismus in Ägypten (1938-1948)". Inhaltlich bekommt der Begriff Surrealis-
      mus eine neue und weitergehende Bedeutung. Die Ausstellung war bereits im
      Centre Pompidou in Paris zu erleben und wandert später in der Tate Liverpool.

      Der Titel klingt sperrig und die Namen der Künstler sind so gut wie unbekannt,
      was aber nichts zur Sache tut. Der zeitliche Kontext und die Flucht vor dem
      faschistischen Nationalismus sind wichtig. Es waren visionäre junge Künstler,
      alles Maler, Filmemacher, Musiker oder Literaten, die mit einer freien Heran-
      gehensweise an das Projekt herangingen. Fliehen mussten sie vor Mussolini,
      Franco oder Hitler ins damals liberale Ägypten. Ihre Künstlergruppe "Art et
      Liberté" gründeten sie am 22.12.1938, mit einem Manifest in arabisch und
      französisch. Sie wurden zu einer Anlaufstelle für verfolgte Künstler und pflegten
      Kontakte nach Frankreich, Spanien und Deutschland. Frauen waren ihre
      führenden Köpfe. Ägypten war seit 1922 unabhängig, allerdings von den Briten
      bestimmt.

      Ausgestellt sind 100 Kunstwerke und 100 Dokumente, ein neues Kapitel der
      Moderne, alle weltweit sehr schwierig zu finden. Es gibt viele Wandtexte zum
      besseren Verständnis. Sie haben eine neue surreale Sprache entwickelt, mit
      stark sozialen Aspekten. Picassos "Guernica" war ihnen bekannt. Es war eine
      Sprache, die die einfachen Leute verstanden. Unser typisches Bild des Surrea-
      lismus im Kopf müssen wir umdenken. Einige Filme aus der Zeit, auch aus
      Ägypten, ergänzen visuell wunderbar das Thema, wie auch ein paar Karikaturen.

      Mit der Machtübernahme durch Nasser und seiner nationalen Denke wurden sie
      von der Zeit überrollt. Sie mussten zum großen Teil in alle Welt fliehen. Einige
      gründeten eine parallele Künstlergruppe, die sich an den neuen Machthabern
      orientierte.

      Ein begleitender Katalog ist im Museum erhältlich.

      Laufzeit: 15. Juli bis 15. Oktober 2017

      www.kunstsammlung.de