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Ausstellung 'Lehmbruck - Beuys. Alles ist Skulptur' im Lehmbruck Museum Duisburg
Mit der sehr schönen Ausstellung „Lehmbruck – Beuys. Alles ist Skulptur“ stellt das Lehmbruck Museum Duisburg zwei bedeutende Künstlerpersönlichkeiten verschiedener Generationen zueinander, die überraschend einige Gemeinsamkeiten aufweisen.

Beide wurden am Niederrhein geboren, studierten an der Kunstakademie Düsseldorf und beide erlebten den Krieg hautnah, Lehmbruck im Ersten und Beuys im Zweiten Weltkrieg. Lehmbruck hat die Eindrücke nicht verkraftet und ging 1919 aus dem Leben. Beuys (geb. 1921) hat die Kunstwelt revolutioniert. Für ihn war alles Skulptur. Eine Abbildung eines Lehmbruck-Kunstwerkes soll ihn animiert haben, skulpturale Kunst zu studieren. Er sprach von einer tiefen Beziehung zu Lehmbruck, obwohl sie sich nie begegnet sind.

Natur und Spiritualität sind wichtige Aspekte im Werk von Beuys. Hirschen werden heilende Kräfte nachgesagt. Die Frau galt ihm als spirituelles Wesen. Lehmbruck trennte ebenfalls klar zwischen Mann und Frau. Während Beuys eine „Badewanne für eine Heldin“ schuf, erkennt man bei Lehmbruch Mutter-Kind-Darstellungen. Beide setzten sich mit dem Ursprung des Lebens und dem Tod auseinander, körperlich-seelische Traumata inklusive und verbunden mit Schmerzen. Sich mit der Vergangenheit auseinandersetzen, der Lethargie entfliehen, das sah Beuys als Thema seines Schaffens. Samurai-Schwert packte er in Filz, der ebenfalls als wärmender Stoff für ein Feldbett dient. Hat man Lehmbrucks Skulpturen vor Augen, so erkennt man häufig den lethargischen Blick oder die wenig hoffnungsvolle Körperhaltung. Ihm fehlte die Kraft, das erlebte Kriegsgeschehen zu verarbeiten. Beuys hingegen bricht aus, bringt als Konsequenz soziale, politische und ökologische Themen in sein Lebenswerk. Unheimlich ähnlich sind in einem Raum die gezeichneten Bewegungsstudien der beiden Künstler. Hier ist Ähnlichkeit an deutlichsten zu erkennen. Die Arbeiten dokumentieren, dass Beuys nicht nur die provokante Art beherrschte, sondern auch ganz fein und sensibel arbeiten konnte.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Bundeskunsthalle in Bonn, die parallel die Thematik inhaltlich fortsetzt. Ein sehr schöner Katalog für beide Ausstellungen ist erschienen.

Laufzeit: 26. Juni bis 1. November 2021

lehmbruckmuseum.de