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      Mit der spannenden Ausstellung "How to see [What Isn't There]" präsentiert
       die Langen Foundation in Neuss eine Ausstellung, die maßgeschneidert für
      diesen Ort ist. Zu sehen sind über 30 Werke aus der Burger Collection,
      Hongkong, die Künstler aus Europa, den USA und Asien vereint.

      Die Burger Collection wurde zusammengetragen von der Schweizerin
      Monique Burger und ihrem Mann Max. Sie leben in einer Zwei-Zimmer-
      Wohnung in Hongkong, fast ohne Kunsterke. Ab und zu ist sie in Zürich,
      wo ihre Sammlung lagert, aber überwiegend ist sie im Flieger unterwegs,
      rund um die Welt. Etwa 1.300 Objekte umfasst die Sammlung aktuell. Ein
      Museum an einem festen Ort ist bei einem solch rastlosen Leben natürlich
      nicht gewünscht. So kooperiert Monique Burger mit vielen internationalen
      Museen. Auch die Schau in Neuss ist ganz besonders. Kuratiert wurde sie
      von dem am Hirshhorn Museum in Washington tätigen Kurator Gianni Jetzer,
      ebenfalls ein Schweizer. Er durfte sich in der Sammlung umsehen und
      ganz frei nach seinen Ideen hängen.

      Die Arbeiten sind vielschichtig. Aussagen sollen bewusst immateriell sein.
      Wirkt das Werk leer oder eher etwas abwesend im Raum, so ist die Aussage
      der nicht sichtbaren Ebene durchaus interessant. Die Erinnerung und das
      Gedächtnis sind wichtige Aspekte. Das Leben ist ein sich ständiges Erin-
      nern an Dinge, die in dem Moment nicht sichtbar sind. Dabei empfiehlt es
      sich sehr, den Ausstellungsführer beim Gang durch die Räume mit dabei zu
      haben.

      Die fünf Kapitel der Ausstellung lauten "Zur Leere hin", "Archäologie des
      Hier und Jetzt", "Vom Wesen der Abwesenheit", "Aus dem Nichts heraus"
      und "Ich bin ein anderer". Klingt erst einmal kompliziert, ist es aber
      eigentlich nicht. Interessant sind z.B. die gestalteten Wände zum Thema
      Nike. Auf dem Gelände des Museums waren früher amerikanische Raketen
      namens Nike stationiert. Nike ist aber gleichzeitig eine Statue aus dem
      Louvre in Paris und ein großer Sportmodenhersteller. In der großen Halle
      gleiten Worte und Sätze verschlungen als tolle Projektion von Kin-Wah
      Tsang über den Boden. Die Texte stammen aus der Johannes-Offenbarung.
      Hans Op de Beeck ist mit einer liegenden Dame vertreten, natürlich ganz in
      grau gehalten. Was aus einer in Vietnam sehr populären Honda Dream
      werden kann, wenn man sie 24 Stunden unbewacht öffentlich stehen lässt,
      das zeigt The Propeller Group im Film und als Wrack. Viel haben die Diebe
      nicht von dem Moped übrig gelassen. Die fotografierten leeren Buchseiten
      im Rahmen von Pak Sheung Chuen regen die Phantasie an. Leere Seiten
      können doch so unterschiedlich und schön aussehen. Fiete Stolte hat den
      Rauch einer ausgeblasenen Kerze in eine räumliche Arbeit aus Neon
      verwandelt. Es gibt viel zu Außergewöhnliches entdecken. Nicht entgehen
      lassen sollte man sich eine Arbeit mittels Virtual Reality, die speziell für
      diesen Standort entwickelt wurde.

      Es sind wirklich zahlreiche spannende Arbeiten dabei, die die Ebene(n)
      dahinter ansprechen. Als Betrachter sollte man sich Zeit nehmen und die
      Ausstellung, sowie die tolle Architektur des Museums zusammenhängend
      auf sich einwirken lassen.

      Ein sehr schöner Ausstellungsführer ist im Museum erhältlich.

      Laufzeit: 9. September 2018 bis 17. März 2019

      www.langenfoundation.de