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      Der Landschaftspark Duisburg-Nord saniert seine Wahrzeichen, die drei
      Kamine. Wind und Wetter haben ihnen zugesetzt. Erste Proben bezüglich
      der Standsicherheit wurden mittels eines Krans gezogen. Man rechnet mit
      bis zu drei Jahren Bauzeit.

      Die beiden ältesten Kamine stammen aus dem Jahr 1902. Sie sind 80 m hoch
      und 8,5 m (unten) bzw. 4,5 m (oben) im Durchmesser. Die Wandstärke beträgt
      unten bis zu 1,2 m. Sie dienten den Winderhitzern und den Dampferzeugern
      als Ausstoß. Jeder Kamin hatte im Betrieb seine Funktion. Begonnen wurde
      nun mit dem jüngeren Kamin am Hochofen 5 aus dem Jahre 1912. Er hat
      die gleichen Maße, nur oben beträgt sein Durchmesser 3,5 m. Man muss
      nicht befürchten, dass er umkippt, aber der obere Teil bedarf einer gründ-
      lichen Sanierung. Die Bauhütte des Parks rechnet damit zwei Meter abtra-
      gen zu müssen und neu zu vermauern. Hinzu kommt eine neue Mündungs-
      abdeckung, die mehr Durchzug ermöglicht. Auf der Kokerei Zollverein musste
      man die gleich hohen Kamine übrigens um bis zu 20 m kürzen und aktuell
      neu aufbauen. Bisher schützt seit Jahren ein Hilfsbauwerk am Fuße Gäste
      im Park vor potentiellem Steinschlag. Die finanziellen Mittel sind jetzt vor-
      handen. Je Kamin werden rund 700.000 Euro eingeplant. Im Juni 2018 sollen
      die Bauarbeiten am Kamin am Hochofen 5 starten und bis zum Herbst 2018
      beendet sein. Danach wird es zu stürmisch.

      Um zu wissen, wie man nun vorgehen soll, wurden von einer Spezialfirma
      Bohrkerne aus dem alten Mauerwerk gezogen. Ein 250 Tonnen-Kran war dazu
      notwendig. Die 20 cm im Durchmesser dicken Kerne werden in einem Druck-
      test zerbröselt. Anschließend kann man mehr zur baulichen Substanz sagen
      und das passende Gerüst wählen, von unten nach oben oder oben eingehängt.
      Mit einem Spezialbohrer wurden aus verschiedenen Höhen Proben ent-
      nommen. Alles ging gut. Man hatte etwas Bedenken, ob der Untergrund ein
      solches Krangewicht aushält. Einen solch großen Riesen musste man bisher
      noch nicht bestellen. Man vermutet unter den Standort alte, unterirdische
      Versorgungsschächte des ehemaligen Hüttenwerks. Darüber liegen leider
      keine alten Pläne vor. Das Wetter war aber ideal. Mehr als 9 m/s durfte der
      Wind nicht wehen. Alleine das Probenziehen verursachte Kosten von rund
      50.000 Euro. Den Park bekommt man nicht zum Nulltarif, auch wenn er
      keinen Eintritt kostet.

      Glücklicherweise sind die alten Ziegel in dieser Form noch zu bekommen. Für
      die Neuvermauerung werden der Landesdenkmalbehörde von Seiten der
      Bauhütte Vorschläge gemacht. Entweder man versucht eine sehr ähnliche
      Farbe zu bekommen oder man wählt bewusst eine sichtbare Farbtonverände-
      rung, um Neu und Alt für alle zu dokumentieren.

      Datum: 14. März 2018

      allgemeine Infos und Fotos zum Landschaftspark
      www.landschaftspark.de