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      Der Erhaltung und Entwicklung des Landschaftspark Duisburg-Nord ist unab-
      dingbar, um diese beliebte Attraktion in die Zukunft zu führen, Das ehemalige
      Hüttenwerk ist eine ewige Baustelle mit ständigem Sanierungsbedarf. Egbert
      Bodmann ist stellvertretender Leiter des Parks und Leiter der Bauhütte. Mit
      relativ kleinem Budget, wenig Personal und sehr viel Engagement versucht er
      diese Aufgabe bisher erfolgreich zu stemmen.

      Finanziell getragen wird der Park vom Grundstückseigentümer, dem Land NRW,
      der Stadt Duisburg und dem Regionalverband Ruhr (RVR). Grundsätzlich wird
      zwischen Grün und Grau unterschieden. Für die grüne Parkpflege ist mittlerweile
      die Stadt Duisburg verantwortlich, während die 90 Bauobjekte in der Hand der
      Bauhütte liegen. Allein die Kraftzentrale hat eine Dachfläche von 5.000 qm.
      Daran lässt sich vielleicht erahnen, wie groß der Aufwand insgesamt ist. Dafür
      hat Egbert Bodmann lediglich einen Haustechniker und vier Mitarbeiter in der
      Metallwerkstatt zur Verfügung. Demnächst sollen noch ein Architekt und ein
      Elektriker dazu stoßen. Zusätzlich wird eine Bürokauffrau eingestellt, sonst ist
      der enorme Aufwand der Parkerhaltung und -entwicklung kaum mehr zu
      stemmen. Bisher wurde häufig auf externe Dienstleister zurückgegriffen. Archi-
      tekten kümmerten sich z.B. um die Ausschreibungen. Auch weiterhin werden
      die verschiedenen Gewerke (Dachdecker, Maler, Maurer, ) extern beauftragt.

      Immer mit im Boot ist der Denkmalschutz. Hier besteht ein sehr gutes Verhält-
      nis zwischen Park und Denkmalschutzbehörden. Man befruchtet sich gegen-
      seitig. Immer im Vordergrund steht dabei die Sicherheit, insbesondere der
      genutzten Bereiche, wo öffentlicher Besuchsverkehr oder Vermietung stattfindet.
      Niemand darf zu Schaden kommen. Durch Vermietungen erwirtschaftet der Park
      immerhin ein Drittel der Betriebskosten selbst. Kleinere Entnahmen diverser
      Bauteile müssen gemeldet werden, größere Baumaßnahmen abgestimmt
      werden.

      Ein solches Musterbeispiel für die Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz ist
      aktuell der Umbau des Hüttenmagazins, das bald wieder für Vermietungen zur
      Verfügung stehen wird. Die hundert Jahre alten Stützen und die Kappendecken
      wurden wunderschön freigelegt, ein Haus im Haus als Depot für Stühle einge-
      baut, Akustikdecken dezent integriert und ein barrierefreies WC installiert. Als
      Grundfarben wählte man Weiß und einen speziellen Anthrazitton. Mit letzterem
      wurden auch die äußeren Fensterrahmen der innen liegenden weißen Fenster
      gestrichen. Diverse Fenster- und Türelemente im Erdgeschoss sollen auch noch
      ersetzt werden. Das Hüttenmagazin wird nach der Fertigstellung ein wahres
      Schmuckkästchen sein.

      Probleme gibt es natürlich auch. Die Auftauhalle am Rande der Gleisharfe ist
      momentan von Zäunen umgeben. Es fehlt einfach am Geld, dieses Bauwerk zu
      sanieren. Trotzdem muss es als Teil des Gesamtensembles erhalten bleiben,
      sonst hat man eines Tages eine fragmentierte Restanlage wie in Hattingen. Das
      möchte man nicht. Andere Bereiche werden grundlegend erhalten, aber bleiben
      geschlossen. Sie sind nicht verkehrssicher, wegen u. a. zu niedrigen Geländern.
      Eine nächste Großbaustelle sind die Kamine, die aktuell auch durch Schutz-
      maßnahmen abgesichert sind. Die Überprüfung der der dicken Rohrleitungen im
      Eingangsbereich steht kurz bevor. Die Beschaffung von Neuteilen zum Aus-
      tausch ist in der Regel zum Glück kein großes Problem. Nietenkonstruktionen
      werden teils durch Schrauben ersetzt, wenn es nicht anders geht.

      Die Bauhütte arbeitet strukturiert nach einem sogenannten Parkpflegewerk. In
      über 40 dicken Ordnern werden Objekte beschrieben, ihre Zustände erfasst und
      Prüfzeiträume festgelegt. Es wird eine Prioritätenliste zum Handlungsbedarf
      erstellt, grün, gelb und rot, sichtbar gemacht. Daraus erfolgt eine To-Do-Liste,
      falls das nötige Geld vorhanden ist. Teilweise sind längere Diskussionen
      notwendig.

      Rost entsteht im Park übrigens, wenn Ablagerungen auf Metall die Feuchtigkeit
      darunter nicht entweichen lassen. Das sind zum Teil Rückstände aus Betriebs-
      zeiten. Alles lässt sich nicht wegfegen. So langsam bereitet der Tauchgaso-
      meter an der Wasseroberfläche Probleme. Hier lassen Feuchtigkeit und Sauer-
      stoff den Rost an der Innenwand wachsen. Graffitis hat man mittlerweile gut im
      Griff. Sie werden schnell und mit einer sehr schonenden Methode entfernt.

      Die Arbeit der Bauhütte beweist beispielhaft, wie ein kleines und funktionier-
      endes Team, die Herkulesaufgabe der Parkerhaltung- und Entwicklung erfolg-
      reich stemmen kann, ohne einen aufgeblähten und manchmal uneffizienten
      Verwaltungsapparat wie im Rathaus. Hier arbeiten Experten mit sehr viel
      Leidenschaft für die über eine Million Parkbesucher pro Jahr.

      Datum: 25. März 2017

      allgemeine Infos und Fotos zum Landschaftspark
      www.landschaftspark.de