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      Kunststoff als Material umgibt uns jeden Tag, ohne dass es uns bewusst ist.
      Der Deutsche Kunststoff-Museums-Verein (KMV) hat in rund 30 Jahren 20.000
      Exponate gesammelt. Nun ist die Sammlung in Kooperation mit dem LVR haben
      in Oberhausen eingelagert. Die Sammlung ergänzt die bisher schon sehr
      umfangreichen Lagerbestände des LVR um ein wichtiges Thema.

      Lange Jahre lagerten die Objekte in der Messe Düsseldorf. Auf Wanderausstel-
      lungen wurden Teilaspekte der Kunststoffgeschichte präsentiert, u .a. auch im
      NRW-Forum Düsseldorf. Jetzt musste man im Peter-Behrens-Bau in Ober-
      hausen rund 200 qm Platz für die neuen Exponate schaffen, was nicht einfach
      war. Konservatorische Ansprüche galt es zu beachten. Mehrfach vorhandene
      oder teuer pflegebedürftige Objekte des LVR aus den Schwerpunkten Eisen und
      Stahl werden dafür in den nächsten zwei Jahren abgegeben.

      Aus dem einstigen Ersatzstoff wurde ein vollwertiges Material. Es bleibt jedoch
      ein großes Forschungsgebiet. Was bleibt von dieser Sammlung in 50 Jahren
      noch übrig? Kunststoff bedarf ebenfalls restauratorischer Arbeit. Besonders
      ältere Objekte aus Celluloid müssen separat und pfleglich gelagert werden. Sehr
      viele Objekte stammen aus der Alltagskultur, darunter alte Fernseher und
      Radios, Bobbycars, damals noch sehr heiß werdende Haartrockner, Kleidungs-
      stücke aus Kunststoff, Computer, Kinderspielzeug, Dinge aus der Küche,
      Gartenmöbel oder Klassiker der Möbelindustrie. Der Werkstoff Kunststoff hat
      sich sehr entwickelt. Galt Bakelit einst als der Kunststoff, z.B. für Telefone oder
      Fernseher, ist die Vielfalt der Kunststoffe heute riesengroß. Da darf auch der
      Trabant nicht fehlen, ein reines Museumsauto mit Armaturenbrett und Sitzen
      aus einem Wartburg.

      Jeder kennt die gelbe Telefonzelle der Bundespost, ebenso aus Kunststoff.
      Selbst Fahrräder hat man mal daraus herstellen wollen, allerdings ein Flop. Dazu
      gehören auch leichte Reiseschreibmaschinen oder Handtaschen aus hartem
      Kunststoff, in den USA einst hip. Das älteste Objekt ist ein Handspiegel aus
      Schellack aus dem Jahre 1855. Es sind aber nicht nur die Endprodukte, sondern
      auch die Maschinen, mit denen die Produkte hergestellt wurden. Eine Schellack-
      Presse ist ebenso in der Sammlung wie andere technische Teile.

      In erster Linie geht es um die Materialität, aber das Design ist nicht weniger
      interessant. Einige Stilikonen sind darunter. Sammeln, Forschen und Ausstellen
      lautet ab sofort das Motto in Oberhausen. Ab 2018 wird es im Erdgeschoss des
      Peter-Behrens-Bau Ausstellungen geben. Es wird ein großes Experiment.

      Datum: 3. Juli 2017

      www.lvr.de