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      Das Phänomen Krieg ist und bleibt ein solches. Das Ruhr Museum auf dem
      Welterbe Zollverein zeigt zu diesem Thema die sehr sehenswerte Galerie-
      ausstellung "Krieg.Macht.Sinn. Krieg und Gewalt in der europäischen
      Erinnerung" mit rund 200 Exponaten.

      Warum führen Menschen Kriege, obwohl sie nur Leid und Schaden anrich-
      ten? Niemand möchte Opfer eines Krieges sein. Warum tun sich Menschen
      Gewalt an und suchen Konflikte? Heute werden sogar demokratische
      Abstimmungen durchgeführt, ob es hier und da zum Krieg kommen soll, um
      Kriege zu stoppen. Die Menschen haben aus der langen Geschichte offenbar
      nichts gelernt. Trotzdem vermittelt die Ausstellung durchaus konträre
      Meinungen zum Thema Krieg. Sie regt mit sehr spannenden Exponaten zum
      Nachdenken an.

      Hundert Jahre nach Beendigung des Ersten Weltkriegs zeigt die Ausstellung
      Exponate, die Kriegsgeschichte geschrieben haben oder vom Thema handeln.
      Das von der EU geförderte Projekt UNREST macht es möglich. Vier Themen
      prägen die Schau thematisch: Krieg, Bombenkrieg, Völkermord sowie Flucht
      und Vertreibung. Die Themen sind heute noch so aktuell wie irgendwann in
      der Zeitgeschichte vor und nach uns.

      Ein Höhepunkt ist der Bereich Dresden. Verkohltes Kinderspielzeug, ver-
      sengte Uhrenblätter oder völlig deformiertes Einmachglas mit undefinier-
      barem Inhalt sind erschüttern. Die Bombardierung und das Höllenfeuer in
      Dresden möchte man nicht erlebt haben. Man bekommt durch Plakate ver-
      mittelt, wie Regime zu Durchhalteparolen, Kriegsanleihen oder zur Heroi-
      sierung der Soldaten beigetragen haben. Es gibt aber auch die Exponate
      der Opfer, so z.B. eine Urne aus dem KZ Buchenwald, die den Angehörigen
      zu Beginn des Lagers noch zugeschickt wurden. Später gab es keine
      Angehörigen mehr. Mn sieht die Erschießung von Deserteuren oder einen
      IS-Selbstmordanschlag. Filmisch wird die Bombardierung zweier Tanklaster
      durch die Bundeswehr in Afghanistan dokumentiert.

      Sehr klar wird die Verstrickung der deutschen Rüstungsindustrie bezüglich
      Rüstungsexporte thematisiert. Deutsche Waffen pflastern die Welt. Warum
      haben Kampfpiloten nur so einen Heldenstatus? Es geht um Völkermorde
      und den Holocaust. Ein Taschenkalender von Himmler ist ausgestellt.

      Diese Schau hat alles was eine richtig spannende und zum Nachdenken
      anregende Ausstellung haben muss. Sie ist thematisch hervorragend auf-
      gebaut und mit tollen Exponaten bestückt.

      Laufzeit: 12. November 2018 bis 30. April 2019

      www.ruhrmuseum.de