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Ausstellung 'Park Seo-Bo / Minjung Kim' in der Langen Foundation Neuss
Die Langen Foundation in Neuss widmet sich aktuell dem Thema der koreanischen Kunst. Park Seo-Bo (geb. 1931) und Minjung Kim (geb. 1962) sind Vertreter ihres Landes, mit unterschiedlicher Prägung und oft sehr meditativer Arbeitsweise. Die sehr schöne und ruhige Ausstellung harmoniert besonders gut mit der besonders reizvollen Architektur des Hauses.

Für Park Seo-Bo ist es die erste Einzelausstellung in Deutschland. Er ist ein wichtiger Vertreter der Kunstszene seines Landes. Aufgrund des Koreanischen Kriegs (1950-1953) flüchtete er nach Europa. Hier ließ er sich inspirieren, nahm die europäische Haltung der Kunst an und kombinierte die künstlerische Richtung seiner neuen Heimat mit der Tradition seiner alten Heimat. Er widmete sich dem Informell. Es entstanden Arbeiten mit collagierten Strukturen durch Überlagerung. Seit 1983 arbeitet er mit dem traditionellen koreanischen Hanji-Papier, das aus der Rinde des Maulbeerbaums gewonnen wird. Großformatige, monochrome Werke entstanden, oft mit ganz feinen Strukturen. Er fügt Lagen hinzu. feuchtet sie an und erzeugt mechanisch feine, plastische Strukturen, die in regelmäßigen Abständen senkrechte Linien bilden. Westliche Farbeinflüsse und koreanische Formen der künstlerischen Herangehensweise verbinden sich sehenswert. Es lohnt sich ganz genau hinzusehen. Man findet auch Beispiele seiner Entwurfszeichnungen, denn er überlässt nichts dem Zufall. Mittlerweile ist er wieder nach Korea übergesiedelt.

Minjung Kim lebt heute in Nizza. Obwohl sie in Mailand studierte, ist sie ist ihrer Kultur treu geblieben. Ursprünglich begann sie mit traditioneller Kalligrafie und Tuschmalerei. Das edle Hanji-Papier ist auch ihr Markenzeichen. Gerne benutzt sie abstrahierte Motive in Anlehnung an die Natur wie z.B. Blätter oder ganze Landschaften mit sehr gelungenen, farblichen Abstufungen, gerne in Erdtönen. Außerdem findet man bei ihr geometrische Kreise, die collagiert aus gefärbtem Papier zu großformatigen Werken verschmelzen. Was ihre Arbeiten so meditativ macht, das ist die besondere Bearbeitung ihrer Oberflächen. Sie behandelt ihr Papier mit Räucherstäbchen, setzt sozusagen Brandmale als prägenden Stil. Wenn man sieht, wie fein sie mit der Hitzeeinwirkung und der damit verbundenen Oberflächenveränderung arbeitet, kann man sich kaum vorstellen, wie viel Geduld und Zeit sie dafür aufbringen muss. Einige Arbeiten enthalten Formen wie von breiten Pinselstrichen. Auch das sind thermische Behandlungen. Ihre Herangehensweise und das Ergebnis sind spannend zu erleben.

Man sollte sich Zeit nehmen, um die sehr sehenswerte Ausstellung in der atmosphärisch sehr außergewöhnlichen Langen Foundation zu erleben. Es ist ein interessantes Begleitheft zur Ausstellung im Museum zu ererben. Geöffnet ist das Kunstmuseum bis zum Ende der Ausstellung an Wochenenden und Feiertagen. Anschließend gelten wieder die normalen Öffnungszeiten.

Laufzeit: bis 2. August 2020

www.langenfoundation.de