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      Im Rahmen des Ausstellungsprojekts Kunst & Kohle veranstaltete das
      Lehmbruck Museum in Duisburg ein Bohrhammerkonzert, komponiert und
      arrangiert von Christof Schläger.

      Die Idee kam Christof Schläger schon vor Jahren, doch er war seiner Zeit
      voraus. Das Projekt versandete. Nun, zum Ende des Kohleabbaus in
      Deutschland, erinnerte man sich an ihn. Die RAG hörte sich die Details an
      und stimmte einer finanziellen Förderung zu. In seinem Atlelier in Herne, auf
      Zeche Teutoburgia, wurde die rhythmische Klangperformance arrangiert.
      Noch aktive Bergleute fanden die Idee gut, nahmen Christof Schläger mit
      untertage und zeigten ihm ihre Welt der Geräusche, ihre Arbeitswelt. Schnell
      wurden weitere Maschineninstrumente entdeckt.

      Die wenigen Abbauhämmer der beiden noch aktiven Zechen zu bekommen
      war unmöglich. Entweder waren sie bereits verkauft, verschrottet oder wurden
      noch gebraucht. So wurden 16 neue Abbauhämmer angeschafft. Hinzu kamen
      ein Nagelhammer, Wasserpumpen, ein Schlagschrauber, Prallbleche, eine
      Signalglocke, ein Hubzug oder ein Druckluftmotor. Sie alle wurden zu
      Instrumenten, die rhythmisch die Welt der Kumpel symbolisieren. Viele
      Passagen sind programmiert abrufbar, andere werden live von drei aktiven
      Kumpeln der Zeche Prosper Haniel live ergänzt.

      Das Ergebnis ist wirklich verblüffend. Für die Assoziationen ist jeder selber
      verantwortlich. Es ist Kopfkino. Die Abbauhämmer scheinen miteinander zu
      kommunizieren. Bayerische Blasinstrumente, eine tiefe Atmung, eine
      Telefonklingel, eine Glocke, Traktoren, Klangschalen, Hupen oder elektro-
      nische Passagen meint man zu hören. Trotz der Programmierung sind die
      Töne alle mechanisch durch Druckluft erzeugt. Musikalische Vorlagen gab
      es nicht. Es war der Sound der Unterwelt, als rhythmisches Konzert hörens-
      wert präsentiert.

      Datum: 21. Juni 2018, Lehmbruck Museum Duisburg

      www.lehmbruckmuseum.de
      www.ruhrkunstmuseen.com