abenteuer-ruhrpott.info Aktuelles abenteuer-ruhrpott.info
Freizeittipps
Veranstaltungen
Ausstellungen
Bücher / Musik
Kontakt
Impressum
Ausstellung 'Lesefrüchte – Holzschnitte zur Literatur. Heinz Kiwitz 1910-1938' im Museum St. Laurentius in Duisburg
Mit der sehr schönen Ausstellung „Lesefrüchte – Holzschnitte zur Literatur. Heinz Kiwitz 1910-1938“ stellt das Museum St. Laurentius in Duisburg einen Künstler auf die Bühne, der in einer politisch wirren Zeit aktiv war und an den erinnert werden sollte, da sein künstlerisches Schaffen wahnsinnig talentiert war.

Es war ein kurzes Leben. Mit 27 Jahren verliert sich seine Spur 1938 in der Schlacht am Ebro, als Freiwilliger im Spanischen Bürgerkrieg gegen Franco. Alles begann am 4. September 1910 in Duisburg-Ruhrort. Das Elternhaus war politisch und sozial engagiert. Der kleine Heinz bekam hier seine Prägung. Schon mit 16 Jahren studierte er bei Karl Rössing an der Folkwangschule in Essen. Da zeigte sich bereits sein großes Talent. Er ging nach Berlin, das jedoch mit der Machtübernahme der Nazis für ihn schwierig wurde. Zurück in Duisburg wurde er hier im September 1933 verhaftet und im März 1934 aus dem KZ entlassen. Seine über hundert politischen Arbeiten, vernichtete er und ging in die innere Immigration, schuf unverfänglichere Werke, was ihn jedoch nicht befriedigte. So wanderte er 1937 über Dänemark nach Paris aus, um sich dem Widerstand anzuschließen. Es war ein Leben voller Hindernisse.

Was an Werken geblieben ist, das bezieht sich auf gesellschaftliche, literarische und antike Themen. Heinz Kiwitz bezieht sich auf Oscar Wilde, Till Eulenspiegel, Sophokles, Antigone, Eduard Mörike, Rübezahl, Don Quijote, Georg Büchner oder den Faust. Seine Arbeiten zeugen von großer, künstlerischer Klasse. Selbst kleinste Gesichter oder Strukturen arbeitete er fein heraus. Was Anfangs noch mit einem netten Augenzwinkern eher humorvoll dargestellt wird, sieht 1938 hart und sehr kritisch aus. Heinz Kiwitz, vom Untergrund gezeichnet, kritisiert die Bücherverbrennungen der Nazis aus dem Exil heraus.

Als Bonbon ist zusätzlich zu seine Arbeiten sind ein Holzdruckstock und seine Holzschnittwerkzeuge ausgestellt.

Ein Katalog zur Ausstellung ist vor Ort erhältlich.

Das ehrenamtlich betriebene Museum St. Laurentius ist jeden ersten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Sehenswert ist ebenfalls die Dauerausstellung mit Arbeiten von Sándor Szombati.

Laufzeit: 4. Juli 2021 bis 6. März 2022

www.sandor-szombati.de