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Martin Kippenberger im Museum Folkwang
In Essen gibt es aktuell 2 x Kippenberger zu erleben. Sowohl die Villa Hügel, als auch das Museum Folkwang widmen ihm eine Ausstellung. Im Folkwang lautet der Titel der Einraum-Installation „Martin Kippenberger – The Happy End of Franz Kafka's 'Amerika'“.

Martin Kippenberger wurde 1953 in Dortmund geboren und lebte anschließend einige Jahre in Essen. Sein Vater war Bergwerksdirektor der Zeche Katharina in Essen-Frillendorf. Irgendwann zog es hinaus in die Welt. Er starb 1997 in Wien. Sein wildes Leben mit diversen Drogen endete früh. Was viele Künstler nicht schaffen, ist die Tatsache, dass man ihn nicht vergessen hat. Vielleicht gerade wegen seiner ungewöhnlichen Art und Weise als Künstler tätig zu sein, ist er noch immer ein Begriff.

Der Titel der Arbeit ist den letzten Roman Kafkas mit dem Titel „Der Verschollene/Amerika“ entliehen. Darin ruft ein Theater in Oklahoma alle Menschen auf, zur Pferderennbahn zu kommen, um sich vorzustellen. Jeder ist als Künstler oder sonstiger Mitarbeiter willkommen. Im Folkwang ist Rennbahn jedoch ein grünes Fußballfeld voller Einzelobjekte, die zusammen eine große Installationsfläche bilden. Es sind Möbel, Stühle und Tische, an denen gedachte Vorstellungsgespräche laufen könnten. Es sind allerdings schon sehr ausgefallene Designermodelle, wie z.B. zwei Schleudersitze auf einem Karussell, mit Regenschirmen, angelehnt an Carl Spitzweg, verstehen. Die Möbel trug er 1989/1990 in Kalifornien zusammen, auf Trödelmärkten, aus Haushaltsauflösungen oder aus Möbellagern der Heilsarmee in Los Angeles und San Francisco. Ein paar Stücke stammen sogar aus der Villa Hügel.

Es ist ein wildes Sammelsurium an Möbelstücken. Einen Plexiglastisch in Fußform hat er mit Fotos bestückt. Hochsitze findet man genauso wie ein Tisch aus Holzlatten, die den Stadionrasen bei einem Papstbesuch in Köln geschützt haben. Unter einer Tischplatte kleben Aschenbecher, die so nicht zu benutzen sind. Immer wieder gibt es Anspielungen an Personen, Romane oder Ereignisse, die künstlerisch verpackt sind. Ein Faltblatt mit 13 ausgewählten Objekten liegt im Saal kostenfrei aus.

Um die Fläche seitlich in ihrer Gänze zu betrachten, hat man zwei kleine Tribünen aufgebaut.

Laufzeit: 7. Februar bis 16. Mai 2021

www.museum-folkwang.de
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