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Ausstellung 'Kindheit im Revier' im Ruhr Museum in Essen
"Kindheit im Revier" lautet das Thema in der sehr schönen Galerieausstellung im Ruhr Museum auf Zollverein. 66 Objekte, die persönliche Geschichten Kindheitsgeschichten erzählen, sind zusammengetragen worden.

Sie alle stammen aus der Zeit zwischen 1945 und 1989. Jedes Objekt hat einen sehr persönlichen Hintergrund, der in Interviews mit den Leihgebern dokumentiert wurde. Bürger wurden öffentlich angesprochen, ihr ganz persönliches Spielzeug zur Verfügung zu stellen. Der Schwerpunkt liegt auf der Nachkriegszeit. Zahlreiche Spielmöglichkeiten waren der Tatsache geschuldet, dass man wenig Geld zur Verfügung hatte. Die Eltern hatten oft handwerkliches Geschick, z.B. ein Puppenhaus, einen 4 kg schweren Metall-LKW, Indianer-Spielzeug oder Brettspiel selbst zu bauen. Man war bescheiden und doch glücklich. Oft gab man die Dinge an jüngere oder Nachbarskinder weiter. Spielzeug, Dosen oder Taschen wurden nachhaltig über lange Zeit genutzt.

Manchmal sind es auch Exponate, die ganz simpel sind. Eine Kaffeedose wurde 50 Jahre lang im Haushalt genutzt. Ein Rollerfahrrad, also ein Roller mit Pedalen, war Mitte der 1950er Jahre eine Attraktion in der Nachbarschaft. Man spielte mit Knöpfen, schon damals sprechenden Puppen, Glanzbildern, Schaukelpferden, Tischfußballspielen oder den ersten Legosteinen. Poesiealben oder Handarbeitstaschen waren beliebt, besonders bei Mädchen. Jungs freuten sich irgendwann mal über die erste Carrera-Bahn. Auch das Thema Schule oder die ersten Schwimmabzeichen werden nicht vergessen.

Mit den Jahrzehnten wurden die Beschäftigungen der Kinder immer technischer und weniger nachhaltig. Spielzeuge wurden nicht mehr selbst hergestellt, sondern fertig gekauft. Die ersten Fernseher landeten im Kinderzimmer, wie auch frühe Videospiele.

Umrahmt wird die Schau durch zahlreiche Fotos, die im Rückblick eine doch sehr unterschiedliche Kinderwelt zeigen. Damals waren die Möglichkeiten bescheidener und begrenzter. Man spielte oft den ganzen Tag draußen auf der Straße, der Kohlenhalde oder in der Natur, ganz ohne Handy-Kontrolle der Eltern. Die Bilder zeigen eine unbeschwerte Kindheit, auch wenn die Familienverhältnisse eher weniger betucht waren. Selbst die Schultüten an ersten Schultag fielen kleiner aus als heute. Trotzdem war man glücklich.

Die sehr schöne Ausstellung ist voller spannender Geschichten und sehr unterschiedlichen Exponaten, die sehr gut für ihre Zeit stehen.

Zu den ausgestellten Exponaten gesellen sich Mitmachinseln, wie eine Carrera-Bahn, ein Zauberwürfel oder ein sehr bekanntes Videospiel. Hände Desinfizieren und mitmachen lautet das Motto.

Der Katalog zur Ausstellung ist im Klartext Verlag erschienen.

Laufzeit: 7. September 2020 bis 25. Mai 2021

www.ruhrmuseum.de