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      Mit der sehr guten Komödie "Kennst du mich noch?" von Sam Bobrick
      widmet sich das Theater im Rathaus in Essen dem Thema der Ehe und ihren
      Wendungen im Laufe der Zeit. Mit dabei sind Anja Kruse, Sascha Wussow,
      Ralph Schicha und Aylin Werner. Regie führte René Heinersdorff.

      Nach 20 Jahren Ehe und zwei Kindern hat man sich häuslich eingerichtet.
      Man faucht sich nicht an, lebt den Ehefrieden, hört sich kaum noch zu und
      wählt den Status der guten Freunde. Man möchte das Werk friedvoll zu Ende
      bringen. Das gewisse Etwas ist jedoch verloren gegangen. Liebe, Feuer und
      Leidenschaft entdeckt man im Alltag nur noch sporadisch. So bevorzugen
      Mary (Anja Kruse) und Paul (Sascha Wussow) gerne die Konversation ohne
      Blickkontakt oder sie spielen sinnlos mit ihrem Smartphone. Er widmet sich
      gerne dem Golfsport, während sie sich langweilt. Schließlich sind die Kinder
      aus dem Haus, haben eigene Familien.

      Wenn jedoch die Phantasie in die Welt der Langeweile eindringt, ja dann ist
      Vieles möglich. Plötzlich kommt Mary ihr alter Freund Peter (Ralph Schicha)
      in den Sinn. Mit ihm hatte sie damals jede Menge körperlichen Spaß. Was
      ist aus ihm geworden? Ein Anruf an Silvester und die Google-Recherche
      brachten Mary schon mal erste Erkenntnisse, doch nun ist er tatsächlich
      in ihrer Wohnung, ganz alleine mit ihr. Er begehrt sie, sie ihn ebenso, und
      beide tauschen sich verbal und auch sonst so aus. Dumm nur, dass Paul ihn
      weder sehen noch hören kann, obwohl Peter vor ihm steht. Ist dieser Peter
      tatsächlich ein Phantom oder ignoriert Paul die Vergangenheit seiner Frau?
      Ein seltsames Spiel beginnt. Ganz langsam verstärken sich die Unruhe, die
      Eifersucht und die Verwirrung, ohne irgendwie ausfällig zu werden. Bevorzugt
      Paul die ignorante Linie, weil sie konfliktärmer ist als die direkte Konfronta-
      tion? Beide Männer wollen schließlich tolle Hechte und echte Männer sein,       auch wenn Paul es von sich persönlich besser weiß. Eigene Selbstzweifel
      werden weggewischt, obwohl sie an Paul mehr und mehr nagen. Er bevorzugt
      die kontrollierte Konfliktführung.

      Mit der jungen Tori kommt im zweiten Teil Leben in die Bude. Paul hat sie
      engagiert, um auch mal als toller Hecht glänzen zu können, mit einer unge-
      wöhnlichen Reaktion seiner Frau. Die Komödie zeigt, dass etwas mehr
      Fantasie in der Ehe durchaus zu einer lebenswerteren Beziehung führen kann.
      Sie regt Paare, nicht nur ab 50, dazu an, über ihre Beziehung nachzudenken.
      Das Stück ist wirklich anspruchsvoll zu spielen und schauspielerisch sehr
      gut dargeboten.

      Offizielle Fotos vom Stück liegen noch nicht vor.

      Laufzeit: 28. November 2019 bis 12. Januar 2020

      theater-im-rathaus.de