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Ausstellung 'Kaprow City' in der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf
Mit der Deutschlandpremiere der Arbeit „Kaprow City“ von Christoph Schlingesief (1960-2010) zeigt das K20 in Düsseldorf ein Werk, das einst ein Bühnenbild war und zur raumgreifenden Installation weiterentwickelt wurde.

Christoph Schlingesief war Filmemacher, politischer Aktionskünstler und am Theater aktiv. Er führte Regie, entwarf Bühnenbilder oder stand persönlich auf der Bühne. Im September 2006 hatte das von ihm inszenierte Stück „Kaprow City“ an der Volksbühne in Berlin Premiere. Dabei wurde die Drehbühne mit einem begehbaren Bühnenbild bespielt. Es war eine von seine künstlerischen Schnittstellen, denn er erkannte darin eine Art Installation. Schlingensief befreite das Bühnenbild von Requisiten, legte es still und spannte teilweise Folien vor die Fenster, durch die man durchblicken kann. Er ergänzte es mit Filmen, eine Rückkehr zu seiner filmischen Phase, baute quasi einen großen Animatografen. Zu sehen ist eine unbeabsichtigte Doppelbelichtung seines Vaters aus Kindertragen. Weiter findet man Szenen aus „The Freak“, „Der fliegende Holländer“, „Mozarts Balls - Cokocko“ oder „Fremdverstümmelung“. Man geht rundherum und schaut in diverse kleine Kinosäle. Das Werk steht nun still und bewegt sich doch. Es wird bespielt.

Mit dabei eine große Rolle spielt der Unfalltod 1997 von Lady Di in Paris. Die Aufklärung der Unfallumstände wurden nie richtig aufgeklärt. Schlingensief aber behauptet zumindest, ihr Autowrack gefunden zu haben. Es ist zumindest ein ehemaliges Auto in gepresstem Zustand Teil der Installation, die technisch ziemlich aufwändig gestaltet ist. Ansonsten ist „Kaprow City“ voll mit Erinnerungen an Schlingensiefs künstlerisches Schaffen, mit historischen Anlehnungen und persönlichen Gedanken. Am den Wänden entdeckt man verschiedene Dokumentationen an einige Projekte, die im Werk verarbeitet sind.

Zu sehen war diese Installation 2007 im Migros Museum für Gegenwartskunst in Zürich, das die Arbeit erwarb. Die vielschichtige Arbeit muss man nicht im Detail verstehen. Jeder darf eine andere Herangehensweise haben.

Laufzeit: 24. April bis 17. Oktober 2021

www.kunstsammlung.de