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      Eine wundervolle Wiederaufnahme ist das Ballett "Romeo & Julia" im Aalto
      Musiktheater in Essen. Der Klassiker wird ganz klassisch von der großartigen
      Kompanie dargeboten. Ben Van Cauwenbergh ist für die Choreografie verant-
      wortlich. Die Essener Philharmoniker setzten die tolle Komposition von Sergej
      Prokofjew, unter der Leitung von Johannes Witt, eindrucksvoll um.

      Musikalisch ist das Werk ein Genuss. Von überschwänglich verleibt bis hin
      zum Tod in Moll ist alles dabei. Unheimlich farbig klingt es. Die Melancholie, die
      Unsicherheit, die Liebe oder die Streitigkeiten unter den beiden rivalisierenden
      Gruppen werden jeweils von der passenden musikalischen Stimmung darge-
      stellt. Alles sitzt punktgenau und auch die bekannten Melodien fehlen nicht.

      Tänzerisch ist es eine Wonne, der Aufführung zuzusehen. Yanelis Rodriguez
      als Julia und Liam Blair als Romeo sind ein tolles Paar, sind auch vom Typ her
      gut besetzt. Ihre Mimik und Gestik, wie auch ihr Gesamtausdruck sind absolut
      überzeugend. Auch die anderen Tänzerinnen und Tänzer wie Wataru Shimizu
      als Mercutio, Aidos Zakan als Tybalt, Yusleimy Herrera León als Amme, Davit
      Jeyranyan als Benvolio oder z.B. Nwarin Gad als Paris zeigen sehr gute Leis-
      tungen. Imposant sind dabei nicht nur die Pas de Deux, sondern auch die
      Gruppenszenen, in denen sich die Rivalen in Pose bringen. Daraus folgern natür-
      lich die immer wieder spektakulären Fechtszenen. Der Verlierer stirbt den
      theatralischen Tod. Doch selbst im Tod wirkt der Tanz noch sehr elegant, wenn
      z.B. Romeo die scheinbar verstorbene Julia greift und tänzerisch Abschied
      nimmt, ehe er sich selbst umbringt. Der Tod kann so schön und leicht wirken.
      Natürlich darf auch der berühmte Balkon nicht fehlen, schön inszeniert.

      Das Bühnenbild ist sehr abwechslungsreich, in Kombination mit dem gelung-
      enen Licht. Mal zeigt es einen Ballsaal, mal das Schlafzimmer der letzten Nacht
      hinter einem transparenten Vorhang, mal eine Kirche mit Altar und schon früh
      die Andeutung des Todes in Form eines gekreuzten Grabsteins. Da passen
      sich schönen Kostüme wunderbar an.

      Wenn ein begeistertes Paar in der Pause auf der Terrasse versucht, ein paar
      kleine Schritte aus der Choreografie zu imitieren, dann weiß man diese Leich-
      tigkeit und die Athletik der Tanzdarbietung noch mehr zu schätzen. Insgesamt
      große Klasse!

      Datum: 7. Oktober 2016, weitere Vorstellungen am 27. Mai und 4. Juni 2017

      www.aalto-ballett-theater.de