abenteuer-ruhrpott.info Aktuelles abenteuer-ruhrpott.info
Freizeittipps
Veranstaltungen
Ausstellungen
Bücher / Musik
Kontakt
Impressum
Schauspiel 'Inferno' im Grillo Theater
Mit dem schauspielerischen Live Animation Cinema "INF²erno" stellt das Grillo Theater ein Stück auf die Bühne der Casa, das die Meinungen sicherlich spaltet. Der basierende Stoff verspricht eine ganze Menge spannender Inhalte, die Szenerie lässt allerdings zu wünschen übrig, obwohl es darum geht, eine tödliche Krankheit zu verhindern, die die Menschheit in der Zukunft ausrotten wird.

Das Medienkollektiv sputnik hat sich der Sache angenommen und dieses Stück frei nach Dante Alighieris "Die göttliche Komödie" ein paar Jahrhunderte verschoben, in die die Vergangenheit, ins Jetzt und in die Zukunft. Regie führten Malte Jehmlich und Nils Voges, der Bruder des bekannten Kay Voges, der noch in Dortmund wirkt. Offenbar neigen beide Brüder dazu, sehr bildbehaftete Szenerien zu kreieren. Man hat sich technisch viele Gedanken gemacht und getüftelt. Umgebaute Tageslichtprojektoren, wie viele sie noch aus der Schule kennen, sind die wichtigsten Hilfsmittel der Aufführung. Mit gekonnter Fingerfertigkeit und tollen Effekten zaubern sie eine Geschichte an die Rückwand der Kulisse, die aufzeigen soll, wie sehr die Menschheit ihren Weg verloren hat und so sehr danach sucht.

Worum geht es? Dante, Vergil und Orpheus reisen in der Vergangenzeit und haben die Programmiererin Ada mit dabei. In der Gegenwart begegnen sie den Problemen der Menschheit zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Umweltzerstörung, Populismus, Hetze, Kriege, politische Desorientierung und unangenehme Überwachungsmechanismen setzen der Gesellschaft arg zu. Gibt es eine Lösung in der Zukunft? Wo liegt die Hölle, in der Vergangenheit, in der Gegenwart oder erwarten wir sie erst noch? Ada soll einen Weg aus der gefühlten Hölle auf Erden finden. Dabei spielt künstliche Intelligenz eine außerordentliche Rolle. Sie bekommt Updates implantiert, in der Hoffnung, die Menschheit zu retten. Eine Supermaschine soll die Menschen von ihren hauseigenen Problemen heilen. Obendrein ist der Inhalt medizinisch hochaktuell, denn eine tödliche Krankheit soll die Menschen in der Zukunft ausrotten. Ada hat also eine schier ausweglose Situation zu bewältigen, in der sie am Ende naturgemäß scheitern muss.

Technisch und schauspielerisch ist die Szenerie gut umgesetzt. Alexey Ekimov, Kerstin Pohle, Sven Seeburg und die herausragende Stephanie Schönfeld sind wunderbar auf der Bühne zu erleben. Nicht selten ist der Stoff allerdings zu sehr kopflastig und damit nicht immer ganz nachvollziehbar. Das weiß auch sputnik. Am Ende richten sie aus dem Off ein paar Worte an das Publikum. "Sind sie heute gekommen, um unterhalten zu werden?" Der Humor kommt nicht zu kurz. Es ist insgesamt ein gewagtes Konzept, das zeigt, dass die Lösung unserer gegenwärtigen Probleme keine einfache Sache ist.

Datum: 29. Februar 2020, Premiere

www.theater-essen.de