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Tanztheater 'Hybridity' im Ringlokschuppen in Mülheim an der Ruhr
Die Tanzkompanie CocoonDance aus Bonn gehört zu innovativsten ihrer Art in Deutschland. Mit ihrer Choreografie „Hybridity“ gastierten sie sehr sehenswert und hochklassig im Ringlokschuppen in Mülheim. Rafaële Giovanola ist für die Inszenierung verantwortlich.

„Hybridity“ ist eine Kreation für sechs TänzerInnen. Alles beginnt geheimnisvoll mit fahlem Licht und Nebel. Die Unterschenkel zittern im Gegenlicht zu elektronischen Klängen. Man spürt schon zu Beginn, dass es ein besonderer Abend wird, oft mit einem düsteren und leicht bedrohlichen Sound. Techno-Klänge spielen eine wichtige Rolle, sehr passend für ein Roboter ähnliches Miteinander. Die Akteure stellen einzelne Individuen dar, die etwas Menschliches transportieren, aber auch ein wenig wie Maschinen wirken, die sich bereit zum Kampf machen. Thai-Boxen wird dabei mit klassischem Tanz sehr geschickt verwoben. Es ist ein sich Annähern, das in der Flucht in einen Sicherheitsabstand wechselt. Man möchte sich näher kommen, schafft es irgendwie doch nicht und weicht zurück. Als Besucher fühlt sich durchaus unsere aktuelle Zeit erinnert.

Ein Lob geht an die Kostümabteilung. Mathilde Grebot hat eine Mischung aus klassischer Strumpfhose und sportlichem Kampflook geschneidert. Der Tanzstil drückt sich sehr deutlich in den Kostümen aus. Ein anderer gelungener Aspekt die schön akzentuierte Lichtgestaltung.

Tänzerisch ist „Hybridity“ großartig umgesetzt. Die Choreografie ist durch ihre Art körperlich sehr anstrengend und künstlerisch wirklich anspruchsvoll gestaltet. Dabei wird das Grundgerüst vorgegeben, während ein Teil der Bewegungen und Schritte im Rahmen der Möglichkeiten improvisiert wird. Es entwickelt sich eine Art Vorbereitung auf den großen Thai-Boxkampf, bei dem alle Akteure in den angedeuteten Ring steigen und die Fäuste in atemberaubender Taktfrequenz zu Techno-Klängen nur so fliegen lassen, absolute Körperspannung von den rasant steppenden Füßen bis zum Kopf. Die Tempowechsel im Vorfeld erzeugen bereits eine sich aufbauende Spannung, die sich auch an Körpern der Akteure ermessen lässt. Sie betreten den Raum, machen sich warm, konzentrieren sich und liefern am Ende ein sensationelles Finale.

Datum: 18. September 2020

www.ringlokschuppen.ruhr
www.cocoondance.de