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      Hollywood erobert Oberhausen. Mit der klasse Fotoausstellung "Hollywood
      Icons" erinnert die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen an die große Zeit in
      Hollywood. Von den Anfängen in den frühen 1920ern bis in die 1960er sind
      alle Hollywoodstars in Oberhausen zu sehen.

      Den Anfang machten in Hollywood erste Kurzfilme unbekannter Darsteller,
      meistens wenig namhafte Theaterschauspieler. Mit der Zeit wuchs das
      Interesse an Filmen und ihren Geschichten. Sie entwickelten sich zu langen
      Spielfilmen und die Besetzung der Schauspieler wurde wichtig. Man
      orientierte sich an ihnen, wenn man einen Kinobesuch plante.

      Die Ausstellung zeigt, wie sehr Hollywood das Kino geprägt hat. Es waren
      die Namen der Stars, die die Filmindustrie in den Studios strahlen ließ. Sie
      kamen sogar aus Europa, wie z.B. Greta Garbo aus Schweden, Marlene
      Dietrich aus Deutschland oder Charlie Chaplin und Cary Grant aus England.
      Wenn man die frühen Fotos von Marlene Dietrich betrachtet, dann erkennt
      man eine optisch recht unscheinbare Schauspielerin. Zwei Jahre später hat
      man sie in Hollywood zu einer Diva geformt. Für ein gewisses Image schickte
      man die Schauspieler und Schauspielerinnen regelmäßig ins Fotostudio. Sie
      wurden von damals unbekannten Fotografen inszeniert. Zahlreiche Mitarbeiter
      sorgten für die Retusche der Gesichter. Die verschönerten Fotos wurden
      von einer zentralen Stelle an Medien und Fans verschickt. So verbreitete man
      den Ruhm sehr geschickt.

      Bei der Auswahl der Schauspieler war allerdings schauspielerisches Talent
      nicht selten eher weniger bedeutend. Das Gesicht musste stimmen und die
      Zielgruppe ansprechen. Die professionelle Schauspielerei brachte man den
      kommenden Stars später bei. Es gab aber nie den großen Hollywoodstar,
      der singulär für die Epoche steht. Sie waren sehr vielfältig ausgewählt.

      In den 1960ern verblasste der Ruhm der Studios. Das Fernsehen kam auf
      und man betrachtete dort die neue Konkurrenz abfällig als vorübergehende
      Erscheinung. Hinzu kam, dass die Kinos per Verordnung nicht mehr aus-
      schließlich die Filme ihrer Besitzer, also der Studios, zeigen sollten. Mit
      dem Sterben der Studios sollten auch die Archive entsorgt werden. John
      Kobal, ehemals Schauspieler und später Journalist, erkannte die Bedeutung
      dieser Fotos sehr früh. Er sicherte sich die Fotoarchive, um Ruhm und
      Glanz Hollywoods späteren Generationen zu verdeutlichen. Selbstverständlich
      kannte er auch die Stars persönlich. Ihm ist es als Filmliebhaber und Film-
      kenner zu verdanken, dass diese Zeit uns heute noch so präsent ist. Er war
      es auch, der den damaligen Studiofotografen einen Namen gab. Die Studios
      betrachteten sie als einfache Handwerker, nicht als Künstler.

      Egal ob Buster Keaton, Audrey Hepburn, Jane Russell, Joan Crawford, Clark
      Gable, Clint Eastwood, Vivian Leigh oder Fred Astaire, man kennt ihre
      Gesichter. Marlon Brando und James Dean kamen etwas später. Sie sollte
      die junge Zielgruppe ansprechen. Auch gewünschtes Image wurde geschickt
      vermarktet. Der Rundgang durch die sehr sehenswerte Ausstellung ist eine
      spannende Zeitreise einer Kinoepoche, die jede Menge Glanz versprühte.
      Dabei wird der Blick hinter die Kulissen der Filmindustrie nicht vergessen.

      Zur Ausstellung ist ein Booklet erschienen.

      Laufzeit: 19. Mai bis 15. September 2019

      www.ludwiggalerie.de