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      Ein großes Drama der Weltgeschichte bringt das Theater Oberhausen auf die
      Bühne. Mit "Hamlet" von William Shakespeare hat sich der Regisseur Pedro
      Martins Beja ein Stück ausgesucht, welches nicht einfach zu inszenieren ist.
      Insgesamt kann man die Umsetzung als gelungen bezeichnen.

      Der König von Dänemark ist tot und Hamlets Onkel Claudius (Torsten Bauer)
      gelangt durch Heirat mit der Königin (Elisabeth Kopp) an die Macht, nachdem
      er den König, also Hamlets Vater, umgebracht hat. Soll Hamlet den Ehrenmord
      ausführen, den ihm Vater als Geist mit auf den Weg gegeben hat? Er kann sich
      nicht so recht zwischen der edlen Moral und der Pflicht entscheiden.

      Die Atmosphäre auf der Drehbühne ist von Beginn an düster und bedrohlich. Das
      Licht ist sehr gut gesetzt und der jeweilige Sound im Hintergrund sorgt akus-
      tisch für eine stimmungsvolle Umsetzung der Geschichte. In der Mitte liegt
      mahnend ein Erdhaufen, eine Begräbnisstätte, die das unausweichliche
      Schicksal aller Beteiligten besiegeln wird. Das Zentrum der Bühne ist zunächst
      eine zerfledderte Weltkugel. Die Macht wirkt zerlumpt und neigt sich ihrem
      Ende. Später wird daraus ein großer Totenkopf, der durch Lichteffekte geschickt
      verstärkt wird. Das Ende naht. Häufig ist die Bühne in Bewegung, sodass
      ständig neue Blickwinkel und Situationen entstehen.

      Eike Weinreich als Hamlet setzt seine Rolle sprachlich und darstellerisch sehr
      charismatisch um, überhaupt nicht theatralisch tragend, sondern lautstark, das
      Unsichere und Schwache in Hamlets Charakter herausarbeitend. Er spielt die
      Rolle nicht nur einfach, sondern verkörpert sie. Eine wahre und zentrale Glanz-
      rolle hat Jürgen Sarkiss als Totengräber inne. Nebenbei darf er auch noch al
      Geist von Hamlets Vater ran. Der Totengräber wie für ihn gemacht. Er mimt
      sehr charismatisch die Ankündigung des großen Dramas. Eine weitere sehr
      emotionale Rolle hat Laura Angelina Palacios als Ophelia, die sie sehenswert
      ausfüllt. Es wird auch gekonnt gefochten, ein Muss bei "Hamlet".

      Diese Umsetzung von "Hamlet" überzeugt nicht nur mit einem wirklich überzeu-
      genden Bühnenbild, sie hält stets die dramatische Spannung. Figuren verfallen
      mehr und mehr dem Wahnsinn und es wird auch optisch immer düsterer, bis
      die Bühne zum Schlachtfeld wird. Die Sünden reinzuwaschen gelingt keinem.
      "Sein oder nicht sein", dem Schlaf des Todes kann keiner entgehen.

      Für die Beuscher des Theater Oberhausen mag es interessant zu wissen sein,
      dass die neue Theaterzeitung schön gestaltet und informativ online zu lesen ist.

      Datum: 27. Februar 2015 (Premiere)

      www.theater-oberhausen.de
      mag1.theater-oberhausen.de (Online-Theaterzeitung)