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      Duisburg-Bruckhausen gilt als das schlimmste Schmuddelviertel der Stadt. So
      sieht man es jedenfalls von außerhalb. Nun hat dieser Stadtteil eine bemerkens-
      werte Aufwertung erfahren. Der neue 8,3 ha große Grüngürtel an der Kaiser-
      Wilhelm-Straße ist vollendet. Er dient der Bevölkerung ab sofort als grüne Oase
      für das Miteinander.

      Viele Stellen in der Stadtverwaltung haben für das Projekt an einem Strang
      gezogen. Vor acht Jahren begannen die Planungen zur Umgestaltung. Die
      benachbarte Stahlindustrie von ThyssenKrupp Steel Europe und die Wohnbe-
      bauung sollten stärker räumlich getrennt werden. Das Prinzip "Wohnen und
      Arbeiten" Haustür an Werkstor war Vergangenheit. Eine grüne Lunge sollte her.
      Einst standen auf dem jetzigen Parkgelände 161 Häuser mit 450 Haushalten
      und ca. 1.000 Bewohnern. Die Gebäude wurden von der Stadt erworben und
      rückgebaut. 40% der Wohnungen in diesen Häusern standen leer. Diese bau-
      liche Enge kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Ein Großteil der
      betroffenen Bewohner blieb im Duisburger Norden, insbesondere in
      Bruckhausen.

      Anfänglich gab es allerdings große Bedenken von außen gegen das Projekt. Die
      Beteiligten standen von Anfang an in engem Kontakt mit der Bevölkerung in
      Bruckhausen. Man saß in einem Boot und schuf geistig gemeinsam den neuen
      Grüngürtel. Denkmalrechtliche Dinge mussten besprochen und viele Gespräche
      geführt werden. Mit Baukosten von 65 Mio. Euro schöpfte man dabei nicht ein-
      mal den maximalen Kostenrahmen aus. Der Rest der Mittel fließt in die Pflege
      des Parks für die nächsten 30 Jahre. Die Finanzierung kam vom Bund, vom
      Land, von der EU und von ThyssenKrupp Steel Europe.

      Der Entwurf stammt vom Dresdner Büro r+b Landschaft s architektur. Zur
      Straße hin sorgt ein bis zu sechs Meter hoher und begehbarer Wall für Lärm-
      schutz. Den nahen Autoverkehr und die Industrie hört man kaum. Von den
      früheren Bäumen würden 120 entfernt und 90 erhalten sowie 525 Bäume neu
      gepflanzt. Einige laden auf einer umgebenden Betonsitzbank zum Verweilen ein.
      Dabei blickt man u. a. auf die Rückwände von Häusern, deren Fassaden sehr
      unterschiedlich und spannend wirken. Man hatte allen Anliegern Fördergelder
      zur Fassadenrenovierung angeboten. Nicht alle wollten ihre ehemaligen Hinter-
      höfe verschönern. So bekommt der Park einen eigenen Charakter. Am Rand der
      weiten Wiesenflächen, teilweise mit Wildblumen, finden Kinder sehr schöne
      Spielplätze, während Erwachsene die Ruhebereiche schätzen werden. Jede
      Generation findet ihren Platz. Die Idee, das Miteinander im Stadtteil zu fördern,
      ist gut umgesetzt worden. Natürlich ist das Gelände barrierefrei.

      Es hat schon jetzt den Anschein, dass die schön gestaltete Grünanlage von der
      Bevölkerung gut angenommen wird. Kinder haben sie schon längst als riesigen
      Spielplatz erobert. Bleibt zu hoffen, dass nun die vorher fallenden Mieten und
      der Verfall der Gebäude aufgehalten werden. Neue Bauprojekte wurden bereits
      in Bruckhausen umgesetzt. Die Erhöhung der Lebens- und Wohnqualität scheint
      schon erste positive Entwicklungen genommen zu haben. Der Weg im Schatten
      der großen Hochöfen ist aber noch lang und spannend.

      Datum: 10. Mai 2016

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