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Vorstellung der Spielzeit 2021/2022 im Grillo Theater Essen
Das Schauspiel Essen hat sein Programm für die Spielzeit 2021/2022 vorgestellt. Es ist umfangreich und spannend, aber auch natürlich mit gewissen Unsicherheiten gespickt. Trotzdem darf man auf eine interessante Spielzeit hoffen.

Nachdem man im ersten Lockdown quasi mit Berufsverbot belegt wurde, durfte man anschließend zumindest unter strengen Auflagen proben. Intendant Christian Tombeil und seinem Team merkte man die täglichen Qualen der Ungewissheit und stetigen Hoffnung bei der Pressevorstellung noch merklich an. Die Pandemie hat bei allen sehr deutliche Spuren hinterlassen. Trotzdem hat man nie den Kopf hängen lassen, hat Stücke einstudiert, die nun mehr oder weniger fertig sind und darauf warten, auf die Bühne gebracht zu werden. Nicht wenige hätten schon längst gezeigt werden sollen. An Normalität ist 2021 jedoch noch nicht zu denken. Ein tolles Beispiel ist das extrem gelungene und sehr Spielzeitheft, das in drei Teilheften erscheint: August bis September, Oktober bis Dezember und für das Jahr 2022. Heft eins ist das Abbild der aktuellen Situation, sehr humorvoll gestaltet und mit handschriftlichen Anmerkungen gespickt, eine super Idee und schon deswegen absolut lesenswert!

Dabei ist das Programm ambitioniert, natürlich alles unter Pandemiebedingungen geplant. Elf Premieren, darunter eine Uraufführung, sind fest eingeplant. Zweimal darf Regisseur Hermann Schmidt-Rahmer ran, mit „Früchte des Zorns“ (17.9.) und dem Brecht-Stück Die Rundköpfe und die Spitzknöpfe oder Reich und reich gesellt sich gern“ (10.9.). Letzteres behandelt Machtmechanismen, rassistische Auswüchse und ihre wirtschaftlichen Strategien. Das Stück „Der Zauberer von Oz“ (23.10.) wird für Familien ein Highlight sein. Ein Experiment wird „Arbeiterinnen“, ein Film im Theater, der Frauengenerationen im Ruhrgebiet und in Niederschlesien zeigt. Im Stück „AufRuhr“ geht es um den Ruhraufstand 1920, inszeniert von Volker Lösch. Samuel Becketts „Endspiel“ (25.9.) wird in der Casa zu sehen sein. Zwei traurige Clowns rennen ihrem Tod entgegen und hinterfragen die menschliche Existenz. „Das achte Leben“ basiert auf einem 1.300 Seiten starken Roman, in dem es um Schicksale aus sechs Generationen in Georgien geht. „Nathan der Weise“ ist ein Klassiker, während „Extrem laut und unglaublich nah“ die Verarbeitung eines Sohnes handelt, der am 11.9.2001 seinen Vater im WTC in New York verloren hat. Für Kinder (5+) steht das Stück „Der Mann, der eine Blume sein wollte“ auf dem Plan, eine Live-Film-Performance. Als mobiles Stück für u. a. Kitas hat man“Look at me. Schau mich an!“ entwickelt.

Zu den Wiederaufnahmen zählen „Bunbury – Ernst ist das Leben“, „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“, „Best of 'After Midnight“, Fünf gelöschte Nachrichten“, „Die Marquise von O...“ und „Gift. Eine Ehegeschichte“. „Der Reichsbürger“ tourt als 360°-VR-Erlebnis durch Schulen und Jugendeinrichtungen, ein wichtiges Thema.

Wenn möglich, wird die Reihe der Jazz-Konzerte fortgeführt. Einige Konzerte der letzten Spielzeit sollen nachgeholt werden. Die Reihen „Lesart“, „Der politische Salon“ und „Klassik Lounge“ werden fortgeführt.

Ganz wichtig zu erwähnen sind die sozialen Projekte. Die Aktionen „Der geschenkte Platz“, gesponserte Freikarten für benachteiligte Kinder und Jugendliche, sowie „Der Wunschbaum“ in der Adventszeit werden ganz sicher fortgeführt, denn die Pandemie verschlimmert die Lage der eh schon finanziell benachteiligten Familien jetzt schon spürbar.

Abos werden nicht verkauft. Man kann Karten unverbindlich vorbestellen. Der VVK startet ab August, wenn man halbwegs abschätzen kann, was die Pandemielage zulässt.

Datum: 23. Juni 2021

Bericht zu "Gift. Eine Ehegeschichte"
Bericht zu "Bunbury – Ernst ist das Leben"
Bericht zu "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?"
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