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      Mit dem TUP-Theaterfest sind die städtischen Kulturbetriebe in Essen
      erfolgreich in die neue Spielzeit gestartet. Grillo Theater, Aalto Theater und
      die Philharmonie präsentierten sich mit einem sehr abwechslungsreichen und
      spannenden Programm dem Publikum.

      Alle zwei Jahre wechseln die drei Spielstätten den Ort des Festes. Dieses
      Jahr war mal wieder das Grillo Theater dran. Im Haus und davor blieb faktisch
      keine Frage offen. Das Theatervolk kam zusammen, um sich auf die Spielzeit
      atmosphärisch einzustimmen. Gesangsdarbietungen gab es zahlreiche, ob
      Songs aus "After Midnght" von Jan Pröhl, Jens Winterstein und Thomas
      Büchel, beim Opernquiz mit Liliana de Sousa, Rainer Maria Röhr und dem
      Opernchor oder ganz traditionell bei der der Show "Für mich soll's rote Rosen
      regnen". Grillo-Intendant Christian Tombeil versteigerte besondere Kostüme,
      die reißenden Absatz fanden. Solche Spezialanfertigungen haben nur
      Theaterleute zu bieten. Stefanie Schönfeld widmete sich mit örtlichen
      Vertretern der Politik und interessierten Besuchern einem "Politischen Kaffee-
      klatsch". Das Programm im Grillo ist durchaus sehr politisch. Eine der ersten
      Premieren hat die Reichsbürger zum Thema.

      Für die Zählkarten der abendlichen Trailershow und der Führungen gab es
      schon früh lange Schlangen. Wer eine ergattern konnte, der durfte sich
      glücklich schätzen. Eine Backstage-Führung im Grillo sollte man mal
      gemacht haben. Das Haus ist extrem verwinkelt und für Fremde ein großes
      Labyrinth mit vielen Treppen, Gängen und Türen. Wer jedoch das Glück
      hatte, mit Schauspieler Sven Seeburg und Pressechef Martin Siebold durch
      das Haus zu laufen, der bekam viel zu sehen. Auf der Probebühne wird       gerade "Biedermann und die Brandstifter" einstudiert. Man bekam einen
      ersten Eindruck. Die Drehbühne im Grillo gibt es so nur zehn Mal in
      Deutschland. Die versenkbare Scheibe dreht sich mit dem Unterbau. Außer-
      dem verfügt die Drehbühne über einen Stromanschluss für die sichtbare
      Bühne oben. Im Tagesfundus ist Anke die Chefin. Sie stellt die gerade
      benötigten Kostüme zu Verfügung, flickt und reinigt sie und assistiert auch
      ggf. beim offenen Kostümwechsel auf der Bühne. In der Regel sind nur die
      Schuhe der Schauspieler handelsüblich. Der Rest wird äußerst kreativ selbst
      angefertigt. Ganz oben auf dem Schnürboden blickte man 15 m tief auf die
      Bühne. Hier werden die einzelnen Bühnenbilder auf- und abgelassen. Über
      die Seufzerbrücke gelangen die Bühnenbilder und -requisiten auf die Bühne.
      Sie ist einer der ältesten Bereiche des Theaters. 1906 endete hier noch das
      Haus.

      Familienfreundlich ist der Beruf des Schauspielers übrigens keineswegs.
      Täglich ist man von 10 bis 14 Uhr und von 18 bis 22 Uhr im Theater. Man
      probt oder spielt auf der Bühne. Sechs bis acht Wochen braucht es an
      Vorbereitungen für ein Stück. Für Sven Seeburg ist es trotzdem der
      schönste Beruf der Welt, Figuren zum Leben zu erwecken und sich ständig
      mit neuen Themen zu beschäftigen. Spielfrei hat man in der Spielzeit lediglich
      am 3. Oktober und an Heiligabend. SchauspielerIn ist man aus Berufung.

      Die Trailershow war selbstverständlich voll besetzt. Moderiert wurde sie von
      Grillo-Intendant Christian Tombeil und Marie-Helen Joel aus dem Aalto. Die
      Essener Philharmoniker setzten die ersten musikalischen Duftnoten,
      begleitet von Mitgliedern des Aalto-Gesangsensembles und dem Aalto-Ballett.
      "Pique Dame" (ab 12.10.) ist einer der ersten Opernpremieren auf dem Spiel-
      plan. Das Ballett startet mit "Dornröschen" am 9. November. Liebhaber der
      Operette dürfen sich auf "Das Land des Lächelns" freuen. Zu hören waren
      überwiegend bekannte Melodien wie "Dein ist mein ganzes Herz", der
      Gefangenenchor aus "Nabucco" oder Auszüge aus "Die Hochzeit des Figaro".
      Das Schauspiel präsentierte sich mit ersten Eindrücken aus "After Midnght",
      mit u. a. Songs von Leonard Cohen. Für jeden ist sicher etwas dabei, auch
      für den Nachwuchs.

      Zum Abschluss spielte vor dem Haus die Hamburger Kultband "Tante Polly"
      um Bandleader Dominik Dittrich auf. Sie begleitet regelmäßig live sehr schön
      die Weihnachtsstücke im Grillo. Dieses Jahr feiert das Familienstück
      "Hinter verzauberten Fenstern" am 16. November Premiere. Ihre Songs
      haben den speziellen Groove aus echter Lebensrealität, Blues, Melancholie,
      Zweifel, Sehnsucht, feinem Humor und einem verdammt guten Rhythmus.
      Ganz entspannt konnte man ihren Songs wie "Der Reisende", "Einsam und
      pleite", "Alleine in der Küche", "Die Blumen auf deinem Balkon", "Du bist
      schön wenn du nackt bist", "Herz aus Beton", "Du willst eigentlich nur
      Saufen", "Sankt Pauli bei Nacht" oder "Ich liebe dich nicht" lauschen. Ihre
      Songs sind nicht von der Stange und berühren dabei so unglaublich, eben
      mitten aus dem Leben. Am 24. und 25. Januar 2020 werden sie im Grillo
      Theater zwei Konzerte im großen Saal präsentieren. Nicht verpassen!

      Datum: 14. September 2019, Grillo Theater

      www.theater-essen.de