abenteuer-ruhrpott.info
Aktuelles
Freizeit 1
Freizeit 2
Bühnen
Veranstaltungen
Buchtipps
Orte zum Feiern
Kontakt
      Ein Klassiker in der Vorweihnachtszeit ist die Märchenoper "Hänsel und Gretel"
      von Engelbert Humperdinck. Er komponierte sie zumindest teilweise, als er
      1885 in der Villa Hügel bei den Krupps als Hausmusiker gastierte. Zu sehen ist
      sie nun im Aalto Theater, ebenfalls in Essen. Regie führte gut Marie Helen Joel.

      In dieser Oper steckt mehr tiefer Sinn, als man es glaubt, wenn man nur die
      Märchenfassung kennt. Hänsel und Gretel, beide sehr gut gesungen von Karin
      Strobos und Elbenita Kajtazi, werden von den Eltern fort geschickt. Es ist nicht
      genug zum Essen für alle da. So gehen sie raus in den Wald, trotz aller
      Gefahren. Böse und Gut stecken hier oft in einer Person, wie bei der Waldfee
      (Christina Clark), die den Kindern Gutes tut, aber auch böse mitspielen kann.
      Herrlich kostümiert kommt sie mit einem grünen Reifrock und coolen orange-
      farbenen Kopfhörern daher. Man geht auch im Wald mit der Zeit. Sie dirigiert
      das ganze Geschehen, während Hänsel und Gretel ständig neuen Abenteuern
      ausgesetzt sind. Kommt es ganz bitter, legen sie sich einfach schlafen und
      hoffen auf bessere Zeiten, umgeben von Sternen, dem Mond und Feenstaub. Die
      Hexe wird nach der Pause ungewöhnlich von Albrecht Kludszuweit dargestellt.
      Auch wenn sie oft buckelig und mit krummer Nase dargestellt wird, für Hexen
      gibt es kein festgelegtes Erscheinungsbild.

      Das schöne Bühnenbild (ebenfalls Marie Helen Joel) baut sich nach und nach
      auf. Aus der armen Behausung mit Kinderzimmer wird ein verzauberter Wald
      mit großen Erdbeeren, riesigen Plätzchen oder einer Hexenstube mit großem
      Ofen. Die variablen Bühnenelemente werden in der Höhe verschoben und
      ermöglichen so den Einblick in verschiedene Welten. Das Knusperhaus hat
      ebenfalls nicht die traditionelle Form. Es besteht aus drei Leibnitz-Keksen im
      Großformat, während eine Prinzenrolle als Hänsels Gefängnis dient. Die
      darstellerischen Klischees werden durchaus gebrochen und mit vielen kleinen
      Requisiten liebevoll und sehenswert ergänzt.

      Musikalisch können die Essener Philharmoniker unter der Leitung von Friedrich
      Haider voll überzeugen. Damit die deutschen Texte (ohne Übertitel) möglichst
      gut verständlich sind, nimmt sich das Orchester zurück, um in den Gesangs-
      pausen seine volle Größe zu entwickeln. Am Ende darf der Aalto-Kinderchor
      ganz vorne auf der Bühne sein Können darbieten.

      Datum: 5. November 2017, Premiere

      aalto-musiktheater.de