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      „Slow“ heißt die neue sehr gute Show im Varieté Theater Essen und der Titel
      hält, was er verspricht: Entschleunigung in einer Welt voller Verrückter. So
      schnell und kurzweilig kann eine langsame Show zu Ende gehen.

      Einfach mal zurücklehnen und Spaß haben. Das ist bei dieser Show gar kein
      Problem. Die wirklich hochklassigen Akrobaten meistern ihre Nummern mit
      spielerischer Leichtigkeit. Jonas Witt aus Österreich hat seine ganz eigene
      Interpretation für seinen Cyr gefunden, mal rockig und dann wieder poetisch.
      Begleitet wird nicht nur er live von seiner Landsfrau Ingrid Korpitsch am Klavier,
      inkl. Gesang. Die ausbildete Musicaldarstellerin ist aber auch sensationell gut
      im Luftring. Die sehr zierliche Mélodie Lamoureux aus Kanada überzeugt mit
      ihrer Hula-Nummer, eher fein als krachend. Acelya & Pavel zeigen eine kraftvoll-
      elegante Partnerakrobatik. J-Ropes aus der Ukraine sind zu dritt absolut kreative
      Könner mit bis zu drei Springseilen gleichzeitig. Wie Federn springen sie,
      wechseln die Rollen oder schlagen Salti, eine wilde Nummer. Hazel aus
      Australien jongliert mit ihren Fußsohlen und Händen bis zu fünf Bälle oder
      stapelt auf ihren Fußsohlen sieben Koffer. Das hört sich einfach an, ist es aber
      überhaupt nicht. Chuan-Ho Chu aus Taiwan kann zwar kein Wort Deutsch,
      versteht sich aber als großer Könner mit den Diabolos, traumhaft sicher, sehr
      einfallsreich und mit einer sehr positiven Ausstrahlung ausgestattet.

      Wem das noch nicht genug ist, dem sei der Moderator der Show sehr ans Herz
      gelegt. Der Schweizer Claude Criblez macht seinen Landleuten alle Ehre. Völlig
      entschleunigt kokettiert der 56-jährige nicht nur mit seinem Alter, sondern ist für
      einen Schweizer erstaunlich schlagfertig und hat einen wunderbaren Humor.
      „Guten Abend, das ist mein Fisch.“ So begrüßt er das Publikum. Der silberne
      Fisch kann sogar durch den Saal fliegen und wedelt mit seiner Schwanzflosse.
      „Keine Angst, der will nur spielen.“ Nur mit Nachos sollte man ihn nicht füttern.
      Später taucht auch noch seine fliegende Katze auf. Da er selbst allerdings nur
      ein Tier fernsteuern kann, muss ein Zuschauer aushelfen und die Katze steuern.
      Das entwickelte sich an diesem Abend allerdings ungewollt komisch. Das mit
      Luft gefüllte Tier kam einem Scheinwerfer zu nahe. Erst platzte der Schwanz
      und dann setzte sich der Kopf nach oben vom Körper ab. Alles kein Problem.
      Der Rettungsballon für den Kopf an der Decke wurde nach der Pause vergnügt
      moderiert und alles war wieder gut. Hier zeigte sich wahre Klasse des Entertai-
      ners. Schön ist auch seine „Wuschmaschine“, die Nebelringe im Lichtkegel
      erzeugt. Der Fisch muss sie im Saal fangen. Claude Criblez ist ein wirklich sehr
      sehenswerter und urkomischer Gastgeber mit technischem Erfindergeist.

      Laufzeit: 9. März bis 14. Mai 2017

      www.variete.de