abenteuer-ruhrpott.info
Aktuelles
Freizeit 1
Freizeit 2
Bühnen
Veranstaltungen
Buchtipps
Orte zum Feiern
Kontakt
      Der Kult-Autor Frank Goosen war zu Gast im Schauspielhaus Bochum, seiner
      Heimatstadt. Es gab neue Texte unter den Titel "Was ist da los?" zu verkünden.
      Wir verstehen die Zeiten einfach nicht mehr. Viele Dinge laufen ungünstig. Für
      ihn war es ein "intensiver, introspektiver Abend".

      Es fühlte sich für ihn an wie "La vie en rose", echte Heimatgefühle und alles
      schön beheizt. Im Dezember in der Stadthalle Kamp-Lintfort war lediglich der
      Gang zu den Garderoben warm.

      Es war ein sehr unterhaltsamer Abend in seiner Heimatstadt. Goosen war
      gewohnt direkt und ehrlich. Er hält nicht hintern Berg. Mit seinem bodenstän-
      digen Ruhrpottcharme wusste er zu überzeugen. Ihm genügen ein Holzstuhl,
      ein schwarzer Tisch und ein Glas Wasser. Die Abgründe der Bühne durch die
      Schlitze im Boden betrachte er allerdings etwas unwohl.

      Goosen trug echte Lebensgeschichten und ausgedachte Geschichten, z. B.
      aus "Förster mein Förster", vor. Mit jetzt gut 51 Jahren kann er schon früher
      sprechen. Er hat eigentlich nie richtig gearbeitet. Als Autor nähert sich Goosen
      der echten Arbeit an. Er schluckt keinen Staub und hat immer Lust an der
      Tätigkeit als Autor. Ältere Generationen konnten das nicht verstehen.
      Verbrauchte Malocher sehen aber auch schlechter aus. Er entspannt beim
      Entspannen nicht beim Kochen oder der Gartenarbeit, Aufschieben heißt das
      Zauberwort. Helfen? Für ihn ist es besser nicht da zu sein, besonders bei
      Umzügen von Freunden. Und die Liebe? Seinen Hochzeitstag hat er nie ver-
      gessen, aber nicht immer lief alles glatt. Es ist der Tag nach dem Geburtstag
      der ersten Freundin und der Jahrestag der Führerscheinprüfung. Das vergisst
      man nicht. Seine Frau nahm er damals ganz frisch zu einer Party im Kleingarten
      mit. Typen im grauen Kittel und ein Friseur ohne Sprache hinterließen echte
      Ruhrpott-Eindrücke. Isst man die Pommes eigentlich mit Mayo und oder
      Ketchup? Mit der Hand oder der Gabel? Fragen, die man sich hier stellen muss.

      Fußball, das seine Leidenschaft, wobei das Wort "Leiden" sicher eine große
      Rolle spielt. Der VfL Bochum schlingert der 3. Liga entgegen. Was war das Ziel
      des Spiels? Tore! Für VfL Bochum unbekannt. Während seiner Zeit als Jugend-
      trainer bei DjK Arminia Bochum gab es auch mal eine Auswechslung wegen
      Kacken. Kernige Sprüche gehören zum Fußball. Stören tun gewisse negative
      Entwicklungen wie Ablösesummen, fehlende Ethik, exorbitante Gehälter oder
      die Lethargie der Spieler. Der Kumpels im Stadion wegen geht man trotzdem
      hin, "Bloody hell, was ist da nur los?

      Auf Reisen kann es dann auch turbulent werden. Am Flughafen verkauft eine
      Asiatin im Dirndl im "Germany and more"-Shop bayerische Souvenirs, wie etwa
      Weißwurst. Fördertürme aus dem Pott oder Fisch aus dem Norden sind leider
      nicht im Angebot. Braune Hemden aus dem Osten findet man dort glücklicher-
      weise nicht. In Toronto angekommen grüßt musikalisch "Born in the USA" am
      Flughafen. Im Chelsea-Hotel in Toronto findet man dann ein Würstchen und
      eine Zigarette auf dem Boden.

      Goosen legte seine Finger einige Wunden. Kein Smartphone für 6-jährige! Die
      Zeit zwischen Abi und Heirat ist turbulent. Heute holt man sich aber kaum noch
      persönlich einen Korb ab. Heute praktiziert man zunächst Liebe im Internet.
      Danach ist der Urlaub der beste Test. Die direkte und indirekte Kommunikation
      von Mann und Frau kommen sich dabei aber durchaus mal in die Quere, ehe
      man heiratet. Dann ist Ruhe im Karton. "Wenn die Antilope erlegt ist läuft der
      Löwe auch nicht weiter."

      Das Ende thematisierte dann auch das Ende. Mit 51 kann das durchaus mal
      kommen. Welche Grabinschrift wäre denn passend? "Komm gib mir deine
      Hand", "keine Ahnung" oder "Das Beste kommt noch". Goosen liebt sein
      Publikum und das Publikum liebt ihn. Es ist immer wieder herrlich ihm zuhören
      zu dürfen.

      Datum: 28. Februar 2018, Schauspielhaus Bochum

      www.schauspielhausbochum.de
      frankgoosen.de