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      Vier Virtuosen an der Gitarre beehrten die Christuskirche in Bochum. Die
      "Nacht der Gitarren" hat in Bochum schon Tradition. Wie verschieden dieses
      Instrument klingen kann, das zeigten sehr gut Luca Stricagnoli, Antoine
      Boyer, Samuelito und Cenk Erdogan sehr sehenswert auf ihre eigene Art
      und Weise.

      Bis auf Cenk Erdogan, der die 30 überschritten hat, sind sie alle noch blut-
      jung, alle unter 30. Trotzdem verzückten sie das Publikum schon mit großer
      Reife. Dabei hatten sie sich einen der interessantesten Orte für Solo-Gitarre
      ausgesucht. Bei einem 3,5-fachen Hall lernen die Töne fliegen. Bei dieser
      Akustik macht es Spaß Musik zu machen.

      Zunächst durfte jeder solo ran. Den Anfang machte der Italiener Luca
      Stricagnoli. Er bevorzugt eine recht unorthodoxe Spielweise, eher wild und
      schroff. Seine dreihälsige Gitarre war wirklich was Besonderes. Selbst zwei
      Gitarren gleichzeitig, eine um den Hals und eine liegend, sind für ihn kein
      Problem. Sein Klang und sein Stil waren außergewöhnlich und beeindruck-
      end. Er ist gerade auf Welttournee über mehrere Kontinente und auf
      YouTube ein gefragter Star mit über 100 Millionen Klicks.

      Es folgte der junge Antoine Boyer aus Frankreich. Seine Gypsy-Klänge sind
      inspiriert durch klassische Stücke. Seine spanische Orientierung ist unüber-
      hörbar. Auch der Gypsy-Jazz ist ihm nicht fremd. Gemeinsam mit Samuelito
      gewann er 2016 den "4th European Guitar Award" in Dresden. Samuelito
      war es in Bochum, der sich ihm anschloss. Er hat sich ebenfalls dem
      Flamenco verschrieben. Dem Publikum erklärte er, wie viele verschiedene
      Flamenco-Spielarten existieren. Seine Gitarre ist speziell darauf abgestimmt.
      Er kombinierte Flamenco und Celtic in einem Song. "Feel free and dance",
      lautete sein Motto. Getanzt wurde nicht, aber wenn man kurz die Augen
      schloss, dann war man plötzlich irgendwo anders auf der Welt.

      Der Vierte im Bunde war der türkische Gitarrist Cenk Erdogan. Die Liste
      seiner Auszeichnungen ist lang. Er ist ein Star in der Türkei. Man hört bei
      ihm die Unterschiede. Eine türkische Gitarre besitzt einen verschieden
      konstruierten Hals. So lassen sich viele Zwischentöne heraus kitzeln. Cenk
      Erdogan machte an Beispielen sehr deutlich. Schloss man bei ihm die
      Augen, war man in der weiten Landschaft Anatoliens. Die Christuskirche
      war für ihn ein lohnender Ort, trotz der langen Anreise. "What a nice place",
      entwich es ihm.

      Nach der Pause spielte man in verschiedenen Kombinationen zu Zweit.
      Wenn Flamenco auf den Orient trifft, ist das schon ein Ohrenschmaus.
      Immerhin war Spanien eine sehr lange Zeit unter arabischer Herrschaft. Sie
      harmonierten wirklich sehr gut. Am Ende griffen alle zusammen zu ihren
      Instrumenten und spielten "Thunderstruck" von AC/DC als Folk-Jazz-Version
      mit orientalischen Einflüssen. Ein spannender Abend in der Christuskirche
      Bochum, nicht nur für aktive Gitarristen unter den Zuschauern.

      Datum: 16. November 2018

      www.christuskirche-bochum.de