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      Mit dem wundervollen Ballett „Giselle“ hat das Aalto Theater in Essen eine
      Wiederaufnahme auf die Bühne stellt, die wahrhaft eindrucksvoll von David
      Dawson inszeniert wurde.

      Als David Dawson seine Tanzkarriere beendete, da hatte er die Idee „Giselle“ in
      ein modernes und zeitloses Format zu packen. Von der Quelle des Stücks
      inspiriert, schuf er ein Werk mit ursprünglichen Kernelementen und zeitgenös-
      sischen Elementen. Klassische Töne und Tanzschritte wurden mit jeweils neuen
      ergänzt und fließend miteinander verbunden. Der romantische Wald ist ver-
      schwunden, die Wilis auch. Gesellschaftliche Klassenunterschiede zwischen
      Giselle (Yanelis Rodrigues) und Albert (Breno Bittencourt) fallen ebenfalls weg.
      Trotzdem ist das Ballett schon im ersten Akt hoch emotional. Es werden
      Ausschnitte aus Giselles Jugend wiedergegeben. Die beiden Rivalen, Albert und
      Hilarion (Armen Hakobyan), liefern sich einen harten Kampf um Giselles Hand.
      Er endet mit dem Tod der weiblichen Hauptfigur, die in einem mysteriösen
      Geisterreich, mit ihren Schicksalsgefährtinnen weiter lebt.

      Der zweite Akt ist nicht nur tänzerisch und musikalisch ein Genuss. Das
      Bühnenbild (Arne Walther) und die Kostüme (Yumiko Takeshima) spielen hier
      nun ganz besonders optisch mit dem Auge des Besuchers. Der gesamte zweite
      Akt setzt dem eh schon sehr guten Ballett die Krone auf. Vor dem nächtlich flau
      schimmernden Mond bewegen sich die Tänzerinnen sowie Giselle und Albrecht
      als Paar wundervoll zu den Takten der Philharmoniker. Dabei tragen die Tänzer-
      innen weiße, transparente Schleier über Arme, Kopf und Oberkörper. Wie
      Wesen aus einer anderen Welt verzaubern sie das Publikum im dämmrig-
      geheimnisvollen Licht. Ob als dynamisch wirkende Gruppenformation oder
      Giselle und Albrecht als Paar, diese Bilder brennen sich ins Gedächtnis ein.
      Schöner können mystische Schleiertänze oder getanzte Liebesbekundungen
      kaum sein. Im Gegensatz zu romantisierten Versionen findet Albrecht alleine
      die Vergebung. Er fügt sich der Trauer. Der Glaube an die Liebe bleibt bestehen.

      Musikalisch ist das Werk unheimlich spannend komponiert und toll dargeboten.
      Es geht harmonisch, dramatisch, melodramatisch oder verliebt zu. Es besteht
      ein tolles Zusammenspiel zwischen den ausgezeichneten Essener Philharmo-
      nikern, unter der Leitung von Johannes Witt, und der Aalto-Ballettkompanie,
      rhythmisch sehr abwechslungsreich. Dabei dürfen es in melancholischen
      Momenten auch gerne nur Harfe und Violine sein. Diese zeitgenössische
      Inszenierung der „Giselle“ von 2014 ist wirklich wundervoll und absolut sehens-
      wert auf die Bühne gebracht.

      Datum: 27. Februar 2016 (weitere Vorstellungen)

      www.aalto-ballett-theater.de