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Ausstellung 'Kaprow City' in der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf
Die Kunstsammlung NRW ehrt im K21 mit Isa Genzken (geb. 1948) eine international wichtige Künstlerin. Gleich zwei spannende Ausstellungen dokumentieren ihr Werk. Die gebürtige Hamburgerin hat u.a. bei Gerhard Richter in Düsseldorf studiert.

Im riesigen Kellergeschoss findet man ihre „Werke von 1973 bis 1983. Auf Bodenplatten sind ihre Hyperbolos und Ellipsoiden platziert. Sie hat sie alle damals von Hand poliert. Hier ist noch eine klare Formensprache zu erkennen. Daneben findet man grafische Arbeiten, die man quasi als Entwürfe betrachten kann. In einem physikalischen Labor wurden damals sogar mit großem Aufwand frühe Computerberechnungen angestellt und ausgedruckt, Ende der 1970er Jahre ein technisches Wunder. Technik faszinierte sie damals sowieso. Man findet Arbeiten mit den neusten Entwicklungen im Auto- oder HiFi-Bereich. Ein anderer Aspekt sind ihre in New York fotografierten Ohren von weiblichen Passanten. Parallel dazu steht ein echter Weltempfänger im Raum. Für die Region interessant sind gemeinsamen Entwürfe mit Gerhard Richter für einen U-Bahnhof in Duisburg. Ein Film über sie stellt die Person Isa Genzken vor. Dieser Ausstellungsbereich ist eine Übernahme des Kunstmuseum Basel. Zur Ausstellung ist ein Katalog im Verlag der Buchhandlung Walther König erschienen.

In der Bel Etage sind ihre Werke zwischen 2008 und 2017 ausgestellt. In diesen ganz andersartigen Arbeiten setzt sie sich, befreit von Konventionen, gesellschaftskritisch mit der Zeit auseinander. Das Mit- und Gegeneinander, Obdachlosigkeit, der Pharmaindustrie, Flugzeugen, Globalisierung und sozialen Fassaden auseinander. Ihre Arbeiten wirken radikal und direkt. Meistens verwendet sie Schaufensterpuppen, die sie in den geschlechtsneutral zusammenstellt und bewusst mit mit ihren Klamotten oder denen eines Modellabels aus New York kleidet. Dabei spielen die Blicke eine große Rolle. Sie schauen sich nie an. Alles ist exakt durchdacht, auch wenn es willkürlich gestaltet erscheint. Ihre „Schauspieler“, wie sie sie nennt, bilden sogar die Ärmesten der Armen ab, die Obdachlosen. Die Flugzeugfenster kritisieren den ungebremsten Globalismus, aber auch möglichen Terror und Umweltprobleme. Damit es wirklich ihre Ausstellung ist, hat sie zwei Wände ihres Ateliers mit Aluplatten angedeutet.

Man erkennt in dieser Doppelausstellung spannend die künstlerische Entwicklung einer bedeutenden Künstlerin unserer Zeit.

Laufzeit: 8. Mai bis 5. September 2021

www.kunstsammlung.de