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      Die "Gastro-Tek", eine Fachmesse für die Gastronomie, angesiedelt im
      deutsch-niederländischen Grenzgebiet, präsentierte viele spannende Entwick-
      lungen in der Branche. Rund 120 Anbieter, vorwiegend aus Deutschland und
      den Niederlanden waren vor Ort.

      Die Gastronomie ist auf der ständigen Suche nach Optimierungen im täg-
      lichen Ablauf. Arbeitszeiten, Löhne sowie die Gewinnung von neuen Arbeits-
      kräften sind ein Problem. So sucht man nach Lösungen. Eine Idee ist,
      Einweggeschirr durch Mehrweggeschirr zu ersetzen und somit die Mehrwert-
      steuer von 19% auf 7 % zu senken. Die Ersparnis soll den oft niedrigen
      Löhnen der Angestellten zu gute kommen. Man setzt auch durchweg auf
      Qualität bei den Rohstoffen, um mehr Kundschaft zu erreichen. Natürliche
      Zutaten, möglichst regional, werden oft nachgefragt. Chemische Zusätze und
      E-Nummern stoßen zunehmend auf Skepsis. Frische und Qualität lauten die
      Zauberwörter der Branche.

      Um auch mit evtl. weniger Personal einen guten Service zu bieten lässt man
      sich viel einfallen. Eine Cocktailmaschine mischt bis zu 200 verschiedene
      Cocktails in jeweils vier Sekunden. Ein Display genügt. Es zeigt sogar an,
      welche Flaschen gewechselt werden müssen. Mehr Zeit lässt sich kaum
      einsparen. Die Deko auf Suppen lässt sich ebenso problemlos von einer
      Maschine ausführen. Digitalisierung ist sowieso ein wichtiger Aspekt.

      Echtes Handwerk und Handarbeit sind jedoch unverzichtbar. Der nieder-
      ländische Großhändler HANOS liefert 100.000 Food- und Non-Food-Produkte
      aus einer Hand. Die Gourmet-Burger mit Angus-Rind, ohne Soße und mit
      leckeren Bürgerbrötchen in diversen Geschmacksrichtungen setzen sich
      vom bekannten Fast-Food diverser Ketten deutlich ab. Burgerbrötchen können
      so würzig, feinporig und lecker sein. Pro Woche wird nur ein Angus-Rind
      geschlachtet und verarbeitet. Sie kennen sogar eine grüne Wiese, ansatt
      Massentierhaltung. Das Fleisch wird frisch verarbeitet. In den Niederlanden
      wird sowieso mehr Rind als Schwein gegessen. Die Pommes gibt es, rein
      von der Kartoffel, mit oder ohne Schale und in mehreren Größen. Bitterballen
      werden in allen möglichen Geschmacksrichtungen angeboten, z.B. mit
      Gemüse, Trüffel oder Käse. In einem Tag sind die digitalen Bestellungen
      beim Kunden.

      Getränke spielen wichtige Rolle in der Gastronomie. In den Niederlanden
      und Belgien sind die Biere hochprozentiger und es gibt eine deutlich größere
      Auswahl an Bierspezialitäten. Das deutsche Reinheitsgebot muss nicht
      beachtet werden. So gibt man dort bei der Abfüllung z.B. etwas Zucker mit
      hinzu, der eine zweite Gärung auslöst und das Bier haltbarer macht. Man
      darf auch Kirschen oder andere Zutaten in die Rezeptur mit einbeziehen.
      Bei den Nachbarn darf viel experimentiert werden. Die gesetzlichen
      Bestimmungen in Deutschland und die Markt bestimmenden Großbrauereien
      hemmen die Entwicklung der hiesigen Bierlandschaft spürbar.

      Cocktails dürfen nirgends fehlen. Niehoffs Vaihninger präsentierte neben
      hochwertigen Fruchtsäften und Tee ähnlichen Getränken auch leckere
      Cocktails, mit oder ohne Alkohol in nachhaltigen Glasflaschen. Ebenso
      fertige Cocktails für die Gastronomie bietet Granini in verschiedenen
      Geschmacksrichtungen. Als Personal muss man keinen erfahrenen Barkeeper
      mehr beschäftigen oder suchen. Der Multifunktionsangestellte genügt.

      Spannend waren die Toytrays, sehr kreative Verpackungen für Pommes,
      Burger und ein Getränk. Für Kinder als kleines Auto gestaltet, verfallen auch
      schnell die Eltern dem Charme dieser nachhaltigen Verpackung.

      Ein Appetithappen der besonderen Art ist ein Virtual Reality Diner von
      PINK UNICORN. Mittels VR-Brille bekommt man die Zutaten seines bestell-       ten Gerichts virtuell vermittelt, während die Nase den Duft des realen Essens
      aufnimmt. Man wird bei einem Fischgericht, mittels VR-Brille, z.B. in die
      Unterwasserwelt versetzt. Eine andere Sache sind Flaschenetiketten, die
      Geschichten erzählen, hält man sein Smartphone davor. Die Erlebnis-
      gastronomie entwickelt immer neue digitale Möglichkeiten.

      Die räumliche Ausstattung von Gastronomiebetrieben und Events ist ein
      entscheidender Faktor. Zu sehen waren Holzmöbel aus schottischen
      Whiskeyfässern, stabile Tische mit integriertem Grill und andere sehr
      stylisch-gemütliche Möglichkeiten. Für die Atmosphäre spielt das Licht eine
      entscheidende Rolle. Mehrere LEDs lassen sich mühelos an eine Steckdose
      anschließen. Lautsprecherboxen kann man geschickt im Raum platzieren.
      Die Steuerung könnte man sogar in das Kassensystem mit einbauen. Kleine
      Bühnen auf LKWs lassen sich für gewisse Events mit großen LED-Wänden
      mieten.

      Es gab einen Kochwettbewerb von gemischten D/NL-Teams. Die Nachwuchs-
      kräfte der grenzübergreifenden Euregio-Gastronomiebranche kochten in fünf
      Teams ein Drei-Gänge-Menü, um die Gunst der Testesser für sich zu
      gewinnen. So kam man sich auch ländertechnisch kulinarisch näher und
      lernte vom Nachbarland. Die sehr angenehme und vielfältige Messe bot nicht
      nur Neuigkeiten der Branche, sondern wirkt auch länderübergreifend
      vermittelnd. Europa wird hier aktiv gelebt.

      Dauer: 20. bis 21. Januar 2020

      gastro-tek.eu