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      Ein Oberhausener Wahrzeichen wird saniert. Der Gasometer wird für längere
      Zeit schließen und aufwendig für die Zukunft fit gemacht. Auf Ausstellungen
      muss man bis Anfang 2021 verzichten.

      Der Gasometer Oberhausen ist eine der wichtigsten Landmarken im west-
      lichen Ruhrgebiet. Als Kathedrale der Industriekultur bezeichnet, präsentierte
      sie seit 1994 insgesamt 16 Ausstellungen mit über acht Millionen Besuchern.

      Es ist auf jeden Fall eine Großbaustelle. Die gesamte Außenhülle wird mit
      900 km/h schnellen Feststoffteilchen abgestrahlt, um nachher wieder
      70.000 qm Korrosionsschutz aufzutragen. Ein staubdichtes Gerüst wird aus
      Kostengründen in Etappen aufgestellt. Schallschutzmatten sollen für
      Abhilfe sorgen. Strenge Arbeitsschutzregelungen werden gelten. So gibt es
      eine Schwarz-Weiß-Schleuse, wo alle Mitarbeiter sich duschen und
      umziehen müssen, wenn sie den Kernbereich verlassen. Das Absaugen des
      Staubes soll die Nachbarschaft schützen. Eine Schadenskartierung der
      Mantelfläche ist im Vorfeld erfolgt. Weitere Maßnahmen sind Sanierungen der
      36 Dachhauben, der Rotunde und der Laterne, des bröckeligen Fundaments-
      sockels, der Dachflächen innen und außen. Einige Stahlträger und Bleche
      sind zu ersetzen. Die Erweiterung der Stromkapazitäten, die Erneuerung der
      Hausalarm- und Gefahrenmeldeanlage sowie die Aufbereitung der Außen-
      anlagen schließen sich an. 2.500 t zu entsorgender Stahlschutt und 2.000
      zu bearbeitende Stahlbauteile sind eine Hausnummer, die herausfordert.

      Alle Ausschreibungen sind noch nicht alle erfolgt. Man hofft mit 14,4 Mio.
      Euro auszukommen. Über die neue Außenfarbe ist noch zu sprechen. Der
      Denkmalschutz schaut genau hin.

      Der Gasmeter wurde 1929 erbaut und war bis 1944 durchgehend in Betrieb.
      Bombenschäden machten ihn unbrauchbar. 1946 brach ein Feuer bei
      Schweißarbeiten aus. Der Wiederaufbau erfolgte 1950 durch die Gutehoff-
      nungshütte. 1988 wurde er stillgelegt. Es gab Diskussionen. 1993/1994
      hat man für 16 Mio. DM umgebaut, ehe 1994 erste Ausstellung ("Feuer und
      Flamme") das Publikum begeisterte. Mit 117,5 m Höhe, 347.000 Kubikmeter
      Volumen ist der ehemalige Gasbehälter ein 24-eckiger Grundriss mit 5 mm
      dicken Mantelblechen und 90.000 qm Außenfläche. Innen misst er einen
      Durchmesser von 68 m. Eine 600 t schwere Stahlscheibe ist im unteren
      Bereich fixiert.

      Baubeginn ist am 28. Oktober 2019. Die Baufertigstellung wird für den
      29. Januar 2021 angepeilt. Anschließend darf man sich auf eine neue
      Ausstellung mit noch unbekanntem Thema freuen. Der leider verstorbene
      Hauskurator Peter Pachnicke hat ein Konzept hinterlassen, das vom Team
      des Gasometers umgesetzt wird.

      Datum: 19. Oktober 2019

      www.gasometer.de