abenteuer-ruhrpott.info
Aktuelles
Freizeit 1
Freizeit 2
Bühnen
Veranstaltungen
Buchtipps
Orte zum Feiern
Kontakt
      Mit der Ausstellung "Wunder der Natur" kann der der Gasometer Oberhausen
      stolz behaupten, die erfolgreichste Ausstellung Deutschlands zu präsentieren.
      Auch das Rahmenprogramm lässt sich sehen. Nils Sparwasser und Martin
      Wikelski vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) berichteten in
      ihren sehr interessanten Vorträgen zum Thema "Der Blick von außen", wie die
      Forschung per Satellit oder mit Hilfe von Tieren wichtige Daten für alltägliche
      Lebensbereiche sammelt.

      Was bringt der Blick von außen? Der Mensch verändert ständig die Erde und es
      gibt kaum noch einen Flecken, der noch nicht von ihm betreten oder beeinflusst
      wurde. Die Satelliten des DLR fliegen mit 25.000 km/h in rund 760 km Höhe und
      sammeln dabei allerlei wichtige Daten, mehr als wir vermuten. Diese Daten
      helfen uns die Welt und ihre Zusammenhänge, sowie die Folgen des mensch-
      lichen Eingreifens besser zu verstehen. Mit einem Weitwinkel von 2.300 km
      können Satellitenfotos sehr viel erkennen. Sie könnten die Geschwindigkeit
      von Autos messen, doch das ist viel zu arbeitsintensiv. Viel wichtiger ist es z.B.
      ausbleibende IR-Signale von Pflanzen zu erkennen, um Umweltschäden zu
      orten. Sie erkennen fossiles Wasser, wichtig für Bewässerungsprojekte in der
      Wüste. Die Rodungsinseln der Palmölplantagen werden immer mehr. Wir benö-
      tigen den Regenwald für unser Klima, obwohl wir den Waldbestand in Deutsch-
      land längst ebenfalls auf 30% reduziert haben. Waldbrände lassen sich mit
      Thermosensoren erkennen.

      Schädlich sind ebenso die Aquakulturen im Mangrovenwald, wobei man immer
      im Auge behalten muss, dass auf der Ostsee ein riesiger Algenteppich von bis
      zu 500 km schwimmt. Auch mal vor der Haustür kehren! Wassertemperaturen
      lassen sich messen und was den steigenden Meeresspiegel betrifft, so kann
      man genau vorhersagen, welches Eiland zuerst untergehen wird. Viele Men-
      schen in Bangladesch und die Rentnersiedlungen in Florida müssen bald um-
      ziehen. Mit Radarfotos lassen sich sogar Wellenbewegungen, das Wachstum
      von Reis für Rohstoffbörsen oder die Senkung eines Gebäudes um 2 cm
      feststellen. Man kann darstellen, wie die Konstruktion des Berliner Hauptbahn-
      hofs bei Temperaturschwankungen atmet und Hilfe bei Katastropheneinsätzen,
      z.B. bei unpassierbaren Fahrwegen, koordinieren.

      Im Anschluss berichtete Martin Wikelski von seinem Forschungsprojekt,
      welches sich mit der Erdbeobachtung durch Tiere beschäftigt. Es ist ein relativ
      neues und spannendes Forschungsgebiet. Warum zeigen Ziegen am Ätna vor
      einem Ausbruch schnellere Laufbewegungen? Können die Flugrouten von
      Störchen frühzeitig auf Schwärme von Wanderheuschrecken aufmerksam
      machen? Brütende Singvögel vermeiden Tornados. Machen Fregattvögel evtl.
      auch die Vorhersage von Hurricans möglich? Wie interagiert ein Schwarm? 600
      bis 700 verschiedene Tierarten kann man mit schon 5 g leichten (Solar-)
      Sensoren ausstatten, um Flugrouten, Wassertemperaturen, Salzgehalte zu
      bestimmen oder den Blick unter das ewige Eis zu bekommen. Man hat Wind-
      Highways von Greifvögeln entdeckt und kann mit Hilfe von Vögeln entlegene
      Täler vermessen, die für das regionale Klima von Bedeutung sind. So werden
      Wettervorhersagen im Himalaya möglich, wichtig für Bergsteiger. Man be-
      kommt Aufschlüsse über das Fressverhalten und die Bewegungen von Tieren.
      Mit Adlern kann man sogar ganz majestätisch live durch Gebirgsmassive gleiten.
      Die interessanten Daten lassen sich zur Vermittlung der Interaktion von Tieren
      sehr gut in Naturkundemusen nutzen.

      Die Reihe der spannenden Vorträge im Rahmen der Ausstellung wird nach den
      Sommerferien fortgesetzt.

      Datum: 28. Juni 2016

      www.gasometer.de