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      Im Rahmenprogramm der sehr erfolgreichen Ausstellung "Wunder der Natur" im
      Gasometer Oberhausen war der Naturfotograf Klaus Nigge zu Gast. Er entführte
      die Gäste mit seinem Vortrag an Orte auf der Erde, die ihn in 25 Jahren hinter
      der Kamera beeindruckt haben.

      Das Leben als Naturfotograf ist nicht selten hart. Man hat beschwerliche
      Anreisewege, benötigt viel Geduld und gute Kontakte, um Fotos zu machen, die
      wirklich besonders sind und das öffentliche Bewusstsein für die Einzigartigkeit
      der Natur schärfen. Nicht selten sitzt er Tage in einem Tarnversteck, um Tieren
      ganz nahe heran zu kommen. Danach sehnt er sich dann nach einem echten
      Bett, einer Dusche, einem reich gedeckten Tisch und einem leckeren Cocktail
      im Hotelpool.

      Einige Projekte seines großen Erfahrungsschatzes präsentierte er in Oberhau-
      sen. Auf den Aleuten fotografierte er Weißkopfseeadler, raue Burschen, die
      sich im Hafen den Restfisch schnappen und an Menschen gewöhnt sind.
      Struppig und vom täglichen Kampf um den besten Fisch gezeichnet, ent-
      sprechen sie so gar nicht dem sauber geleckten Wappentier der USA. Den
      Riesenseeadlern begegnete er in Kamtschatka. Sie haben eine Spannweite von
      bis zu 2,80 m. Dort begab er sich auch auf die Spur der Kamtschatkabären, die
      gemütlich im Wasser hocken und nur darauf warten, dass ein dummer Lachs
      ihnen vor die Pfoten schwimmt.

      Vor wilden Wisenten in Polen sollte man Acht geben. Sie sehen gemütlich aus.
      Kommen sie aber erst einmal in Fahrt, kann man sich nur hinter einem Baum
      als Hindernis verstecken. Sie leben im letzten Flachlandurlwald Europas. Einst
      waren es acht Tiere aus Zoos, die man zurück gezüchtet hat. Bei den Pelikanen
      in Mexiko musste er solche Attacken nicht befürchten. Hier ging es um die
      Perspektiven der Kamera, von oben oder unten. Riesige Schwärme mit
      Hunderten von Tieren leben hier.

      Die eleganten Schreikraniche in Texas brachten ihm viel Vertrauen entgegen.
      Sie tanzen, balzen und schreien nicht gerade leise. Ihr zweites Ei im Gelege
      dient allerdings nur der Reserve. Ist der Nachwuchs im ersten Ei gesund, wird
      es aufgegeben. Die Eisvögel in mitteleuropäischen Wäldern sind schon lange
      sein Steckenpferd. Süß sind sie und einfach zu fotografieren.

      Zum Schluss stellte Klaus Nigge noch zwei große Projekte vor. Die Saiga-
      Antilopen leben in der kasachischen Steppe. Zu Zeiten der UdSSR lebten noch
      über eine Million Tiere dort. 97% davon wurden abgeschossen. Heute erholt sich
      die Population wieder. Die sehr scheuen Tiere sind schwierig vor die Kamera zu
      bekommen. Ihre Hörner bringen Wilderern gutes Geld. Auch der Steppenadler ist
      dort zu Hause.

      Stark vom Aussterben bedroht ist der Philippinenadler, das nationale Symboltier
      des Landes. Als Waldadler findet er immer weniger Lebensraum. Die Philippinen
      wurden fast komplett entwaldet. Korruption, die finanzielle Not der kleinen Leute
      oder die Palmölplantagen sind ungünstige Faktoren für die Lebensbedingungen
      dieser Tiere, die viele verschiedene Gesichter haben können, ob lustig oder
      angriffslustig. Wilderern drohen sechs bis zwölf Jahre Gefängnis.

      Die interessante Reihe der Bildvorträge wird am 12. August fortgesetzt. Ins-
      gesamt zählte die Ausstellung "Wunder der Natur" schon über eine Million
      Besucher.

      Datum: 12. Juli 2017

      www.gasometer.de