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      "Der Berg ruft" heißt es im Gasometer Oberhausen. Die schön konzipierte
      Ausstellung müsste eigentlich "Die Berge rufen" heißen, denn alles dreht sich
      um weltweit prägnante Erhebungen unserer Erde. Als Beispiel für alle Berge
      hängt das Matterhorn kopfüber in der 118 m hohen Ausstellungshalle.
      1,4 Mio. Euro hat die Realisierung dieser Ausstellung gekostet.

      Der weite Blick fasziniert Menschen immer wieder. Hier erhofft man sich die
      Antwort auf diverse Fragen. So ist die Ausstellung vorwiegend eine große
      Bilderschau der Bergkultur im Großformat. Sehnsüchte werden geweckt und
      erfahrene Wanderer fühlen sich an persönliche Erlebnisse erinnert. Die Schön-
      heit der Berge, über und unter Wasser, aus Stein oder Sand, ist unbestreitbar.

      Die gut ausgewählten Fotos vermitteln, welch enorme Kräfte oft gewirkt haben
      müssen. Die Energie der Erde formte mächtige Gipfel. Einige erkennt man
      sofort an ihrer Form. So hängt das Matterhorn als Großskulptur
      (43 x 30 x 17 m) im Oberraum, rund zehn Meter über den Besuchern. Erstellt
      wurde sie von "geo Die Luftwerker". Mit einem 25.000 km/h schnellen Satellit
      und einem Flugzeug hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt
      (DLR) 70 Milliarden Bildpunkte gesammelt, die nun im Wechsel von Tageszeit,
      Jahreszeiten und Wetter (verschneit oder sommerlich grau) die sehr mühevoll
      gebaute und mit weißen Stoff überspannte Skulptur bespielen. Dafür sind 17
      Hochleistungsbeamer notwendig. Technisch bedingt sind 39 Millionen 60
      mal in der Sekunde möglich. Die Ausgangsauflösung würde es ermöglichen,
      ein 7 cm großes Detail am Berg zu erkennen. Das ist High-Tech von echten
      Spezialisten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, über den Köpfen und
      unten im runden Spiegel, wo man auf das Matterhorn blickt. Man sollte die
      animierte Skulptur aber live vor Ort erleben, denn auf Fotos lässt sich die
      Dreidimensionalität des Berges, und somit das volle Erlebnis, nur schwer
      bannen. Ein guter Grund nach Oberhausen zu fahren.

      Man kann sogar auf Gebirgen mit den eigenen Füßen stehen oder laufen.
      Einmal auf dem Everest stehen, ganz ohne Sauerstoffflasche. Eine begehbare
      Projektionsfläche macht es möglich. In der Mitte der unteren Ebene zeigt eine
      große Panoramawand 18 Fotos von wunderbaren Berggegenden, deren
      Grundlage ebenfalls Satellitenbilder sind. Auf Monitoren laufen Filme zum
      Thema Berge.

      Den typischen Berg gibt es gar nicht. Die Ausstellung zeigt, wie sich die Tier-
      und Pflanzenwelt den Lebensbedingungen anpasst. Sie stellt die dort lebenden
      Menschen in den Mittelpunkt, nicht die Touristen. Oft ist deren Jahrhunderte
      alte Kultur materiell sehr bescheiden, aber eben praktisch um in Hochtälern
      existieren zu können. Ein Sherpa ist kein Hilfsesel für reiche Touristen,
      sondern ein respektabler und ehrbarer Mensch. Ihre vom Wetter gegerbten
      Gesichter sprechen Bände. Auch ihre religiösen Deutungen für die Gipfel
      werden dargestellt. Der Beginn der Erkundung der Berge wurde manchmal
      durch Wissenschaftler geprägt, die früh naturkundliche Studien anstellten.
      Das sportliche Heldentum der Erstbesteiger endete nicht selten im Unglück.
      Ein Eispickel vom Matterhorn-Erstbesteiger Edward Whymper ist ausgestellt.
      Weitere Objekte dieser schicksalhaften Expedition vom 14. Juli 1865 durften
      vom Matterhorn-Museum in Zermatt leider nicht ausgeliehen werden. Immerhin
      ist ein Stein vom Gipfel des Matterhorn als Exponat in Oberhausen, anfassen
      erlaubt.

      Auf jeden Fall sollte man sich viel Zeit nehmen, um sich tief in die Bergwelt
      einzugucken und einzulesen. Die Ausstellung ist mal wieder sehr umfangreich
      und sehenswert. Auf dem Dach des Gasometers lockt der Weitblick in die
      Region. Man erwartet eine ähnliche Besucherzahl wie bei der letzten
      Ausstellung "Wunder der Erde" (1,2 Mio. in 20 Monaten).

      Das Rahmenprogramm bestreiten u. a. Reinhold Messner (17.5.2018),
      Gabriele Kaltenbrunner (5.7.2018) und Hans Kammerlander (14.9.) mit
      interessanten Vorträgen.

      Laufzeit: 16. März bis 30. Dezember 2018 (Verlängerung nicht
      ausgeschlossen)

      Infos und Fotos zum Bau der Matterhorn-Skulptur
      www.gasometer.de