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      Der Gasometer Oberhausen feiert dieses Jahr seinen 90. Geburtstag. Noch
      bis Oktober kann man die sehenswerte Ausstellung "Der Berg ruft" erleben.
      Im Rahmenprogramm stellte GEO-Redakteur Lars Abromeit seinen redak-
      tionellen Alltag als Redakteur im Bereich Abenteuer, Natur und Wissenschaft
      vor. "Der Gipfel der Erkenntnis" war eine spannende Weltreise vom Himalaya
      hinunter in die Höhlen.

      Lars Abromeit ist ein Exot. Er klettert, taucht bis zu 50 m tief, geht in die
      Wüste oder besteigt 7.000er-Berge. Eine wissenschaftliche Expedition ins
      ewige Eis war der Anfang. Danach hatte es ihn gepackt. Im Gasometer war
      er nicht das erste Mal.

      Zunächst entführte er die gut 150 Besucher ins Himalaya. Eine Gruppe von
      20 Schweizer Ärzte wollte an knapp 40 Probanden die Folgen von Sauerstoff-
      mangel wissenschaftlich ergründen. Dafür plante man eine Expedition zum
      Himlung Himal in Nepal, ein Berg mit gut 7.000 Metern. Alle waren aus-
      schließlich maximal Hobbybergsteiger. Es gab mehrere Camps, das letzte
      knapp unter dem Gipfel. Medizinische Gerätschaften, Zelte, Essenvorräte
      und ein ganzes Labor mussten hinauf auf den Berg. Einheimische Träger
      buckelten alles hinauf. Während die Ärzte mit Sauserstoff den Gipfel
      erreichen wollten, mussten die Probanden darauf verzichten. Immer wieder
      wurden auf verschiedenen Höhen identische Untersuchungen vorgenommen.
      Die Höhenkrankheit machte einigen zu schaffen. Sie wurden zurück ins
      Basecamp gebracht. Die Ärzte konnten daraus wichtige Erkenntnisse für die
      tägliche Praxis im Krankenhaus gewinnen. Das Gehirn veränderte sich sogar
      teilweise. Die meisten schafften es tatsächlich ganz nach oben und alle
      kehrten auch gesund wieder heim.

      In Venezuela gibt es berühmte Tafelberge, die Sarisarinama-Tepui. Sie ragen
      aus der Landschaft hervor und gelten unter den Einheimischen als heilig.
      Auf dem Hochplateau befinden sich 350 Meter tiefe, kreisrunde Löcher. Eines
      davon galt es beispielhaft zu erkunden. Welche Tier- und Pflanzenwelt
      verbirgt sich dort unten und wie sind die Höhlen beschaffen? An einem Seil
      ging es hochalpin komplett in die Tiefe. Nicht jeder Redakteur ist dazu in der
      Lage. Unten befindet sich ein kleiner Mikrokosmos, der fasziniert.
      Stromatolithen, quasi lebende Steine, befinden sich zahlreich als Kolonien in
      den Höhlen. Man fand Organismen wie auf dem Mars, die teilweise ohne
      Licht existieren können.

      Die nächste Tour ging in die Dolomiten, zum Abysso del Cenote. Oben, auf
      3.000 Metern, gab es einen extrem klaren Bergsee, den eine Gruppe von
      Tauchern näher ergründen wollte. Die Überraschung war groß, als man oben
      keinen See mehr vorfand. Er war komplett ausgelaufen. Die 180 Meter
      darunter befindliche Eisplatte als unterirdischer Stöpsel hatte nicht mehr
      dicht gehalten. Das Eis ist dort zehnmal älter als das der normalen Gletscher.
      Jetzt wurden die Höhlen dort unten zum Experimentierfeld. Mit der Leader-
      Technologie, einer sehr effektiven Lasertechnik zur Vermessung von Räumen,
      möchte man feststellen, wie sehr das Eis im Laufe der Jahre abschmilzt. Die
      Wissenschaftler der Universität Innsbruck spüren schon jetzt Veränderungen.
      Der Klimawandel ist kaum aufzuhalten.

      Das letzte Thema war die Riesending-Schachthöhle in Bayern, die vor einiger
      Zeit durch eine groß angelegte Rettungsaktion auf sich aufmerksam machte.
      In 1.000 Metern Tiefe wurde ein Höhlenforscher verletzt. Über 200 Helfern
      gelang es in elf Tagen, ihn wieder ans Tageslicht zu befördern. Lars Abromeit
      war schon zuvor mit Forschern der weit verzweigten Höhle unterwegs. Er
      hatte als einziger Journalist die Erlaubnis, von den Rettungsarbeiten zu
      berichten. Beinahe hätte auch ihn ein Felsbrocken in einem Schacht ge-
      troffen. Zwei Meter trennten ihn vom Jenseits. Sein Job ist niemals ungefähr-
      lich. Die Stroy der Riesending-Schachthöhle ist im aktuellen GEO-Heft
      nachzulesen.

      Die spannende Vortragsreihe wird fortgesetzt, u. a. mit den Alpinexperten
      Gerlinde Kaltenbrunner oder Reinhold Messner. Im Oktober endet die
      Ausstellung "Der Berg ruft". Danach bleibt der Gasometer für ca. ein Jahr
      wegen Sanierungsarbeiten leider geschlossen.

      Datum: 13. Juni 2019

      www.gasometer.de