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Ausstellung 'Das zerbrechliche Paradies' im Gasometer Oberhausen
Während de Kulturszene aktuell sehr unter den Auswirkungen von Corona leidet, saniert der Gasometer Oberhausen aktuell seine Ausstellungshalle und präsentiert ab dem Frühjahr 2021 die neue Ausstellung mit dem passenden Titel "Das zerbrechliche Paradies". Es wird spannend.

Ein Datum für den Starttermin kann und möchte man aktuell nicht nennen. Die überdimensionierte Baustelle kann morgen schon eine unerwartete Maßnahme erfordern. Man weiß es nie. Noch kalkuliert man mit Gesamtkosten von 14,5 Mio. Euro und einer Fertigstellung im Frühjahr 2021. Sicher ist aber, dass sich die Türen eines Tages wieder öffnen werden.

Was man denn zu sehen bekommt, das macht jetzt schon neugierig. Das Grundkonzept stammt noch vom verstorbenen Kurator des Gasometers, Prof. Peter Pachnicke. Es ist die Erde, die als unser Lebensraum immer stärker in Mitleidenschaft gerät. Man zeigt die Schönheiten unseres Planeten, die Probleme und versucht hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken. Es wird sichtbare Unterschiede zur Ausstellung "Wunder der Natur" (2016/2017) geben, denn auch hier hing eine animierte Erdkugel im riesigen Oberraum des Gasometers. 2021 schwebt erneut unsere Erde, mit den gleichen Ausmaßen (20 m im Durchmeser), dort oben. Wieder ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) als Partner mit dabei. Technisch ist man heute jedoch wesentlich weiter. Die Auflösung der Satellitenbilder hat sich verbessert. Dabei hat man, unter großem Aufwand, zahlreiche Datensätze erstellt. Einer davon ist die Erde zunächst ohne Wolken, was es so nicht gibt. Die realen Wolkenbewebungen hat man nachher wieder als natürliche Ebene aufgesetzt. 2021 wird sogar die gesamte Erde animiert, nicht nur eine Halbkugel. Man erlebt die Nachtsicht, reale Sonnenauf- und Sonnenuntergänge, Winde, Meeresströmungen oder Flugbewegungen. Alles wird technisch und darstellerisch perfektioniert. Weiterhin wird man sich wie ein Astronaut fühlen, der auf seinen Heimatplaneten blickt. Der österreichische Komponist Rupert Huber wird den Sound liefern. Er ist spezialisiert auf ungewöhnliche Räume, was der Gasometer unbestritten ist.

Die Ebenen unter der Manege werden wieder gut bestückt mit den bekannten und großformatigen Fotos sein, die nicht selten preisgekrönt sind. Weiterhin sind familienfreundliche Filmstationen, besondere Exponate und erstmals eine 3D-Station mit sechs bis acht VR-Brillen geben. Man kann als Tier den Nationalpark Tumucumaque virtuell durchstreifen.

Beginnt man ganz unten, so entdeckt man zunächst die Besonderheiten und Phänomene unserer Erde. Unterwasser befindliche Raucher, uralte Tiere und Pflanzen, mitteleuropäische Wälder sowie der tropische Regenwald, eine Eisbärmama mit zwei flauschigen Jungen und Welten aus Eis, Sand, Bergen oder vulkanischen Ursprungs sind einige der vielen Blickwinkel.

Dieser ändert sich auf der Zwischenebene. Hier werden die Auswirkungen des menschlichen Fußabdrucks präsentiert. Die von uns verursachten Probleme werden sichtbar. Dabei ist u.a. der Aspekt der industriellen Landwirtschaft mit ihren Monokulturen, die Rodung des tropischen Regenwaldes für Palmöl, der Schmelz des Permafrostes, die mittlerweile riesigen Waldbrände in den USA und Australien oder der in Not geratene Eisbär, zusammengefasst der Raubbau an Natur und Tier. Auf Globen werden alle unsere Fußabdrücke dargestellt, die keinen Platz auf der animierten Erdkugel im Oberraum finden werden, z.B. Schiffsrouten, das Ozonloch oder die Verteilung von Kohlendioxid.

Mit im Boot ist als Hauptsponsor auch die Emschergenossenschaft, die kommendes Jahr den über fünf Milliarden Euro teuren Emscherumbau anschließen möchte. Sie ist thematisch unter dem Motto "Perspektivische Lösungsansätze" mit dabei. Hoffnungsvolle Projekte gibt es durchaus. Man möchte auf die Green Wall aufmerksam machen, einen 7775 km langen Landstreifen quer durch Afrika, in den der Wald aufgeforstet wird. Der NABU NRW bringt sich inhaltlich ebenfalls wieder ein. Grüne Architektur ist heute ein Qualitätsmerkmal bei Neubauten. Ob eine biblische Arche heute noch die Erde retten kann, das darf bezweifelt werden. Die Ausstellung aber wird sicher ein positiver Beitrag sein, die schützenswerte Schönheit unseres Planeten zu verdeutlichen und zu mahnen, ganz im Sinne der "Friday-for-Future-Bewegung". Vielleicht findet auch Greta mal den Weg nach Oberhausen.

Laufzeit: ab Frühjahr 2021

www.gasometer.de