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      Mit seinen beeindruckenden und zum Teil auch traurigen Eindrücken aus dem
      Mustang-Tal in Nepal warf der Schweizer Fotograf Manuel Bauer im Gasometer
      Oberhausen einen Blick auf eine tolle Landschaft, die allerdings mit der
      Globalisierung und dem Klimawandel zu kämpfen hat.

      Er ist seit 30 Jahren in Tibet unterwegs, zehn Jahre davon im Mustang-Tal. Als
      der offizielle Fotograf des aktuellen Dalai Lama kennt er die Region. Es ist das
      tiefste Tal der Erde, 6.000 Meter tief, auf 2.000 Meter Höhe. Zwischen den
      beiden Achttausendern Dhaulagiri und Annapurna gelegen, gilt es als Tor zum
      tibetanischen Hochplateau. Starke Winde, bizarre Erosionsformen, uralte
      Karawanenwege, buddhistische Klöster oder Höhlenhäuser mit bis zu 20 Stock-
      werken prägen das Bild. Die Landschaft ist atemberaubend schön. Sie sind ein
      Fürstentum mit einem König. Es ist ein Leben von und mit der Natur, mit der
      Religion und der Feldarbeit.

      Schon in den 1950er-Jahren gab es erste Probleme. Viele Tibeter flohen vor den
      chinesischen Besatzern aus Tibet ins Mustang-Tal. Damals forschte der
      Schweizer Geologe Toni Hagen hier und fand Lösungen. Die Grenze ist bis
      heute zu, aber in Mustang wurde fortan zu einem Zentrum der Teppichknüpferei.
      Man bekam die Flüchtlinge gut unter und lebte friedlich zusammen. Heute
      beherrschen andere Probleme das Tal. Die Globalisierung macht sich breit.
      Werbung für Westartikel ist zu sehen, der Plastikmüll in der Natur auch.
      Kommunikation erfolgt über Smartphones. Sie wollen kein Museum für Touristen
      sein, sondern am Fortschritt teilhaben. Veränderungen prägen das Bild, was
      auch eine verbesserte medizinische Versorgung einschließt. Neue Einkommens-
      quellen entstehen. Neue Straßen entstehen aber auf alten Wegen und uralte
      Wege verfallen, während Traktoren durch die ehemalige Stille der Natur knattern.

      Besonders schlimm ist allerdings der Klimawandel. Am Beispiel eines Jahr-
      tausende Jahre alten Bergdorfs zeigte Manuel Bauer, wie sehr die Gletscher-
      schmelze eine Rolle spielt. Für die Landwirtschaft war nicht mehr genügend
      Wasser vorhanden. So schenkte der König neues Land direkt am Hauptfluss.
      Dieses musste aber erst einmal von Geröll befreit und fruchtbar gemacht werden.
      Neue Häuser und Baumaterial mussten her. Mittlerweile haben sich die Dorf-
      bewohner mit der neuen Situation arrangiert und sind glücklich. Erste Ernten
      gedeihen. Fest steht aber, dass der Klimawandel in solch abgelegenen
      Regionen zuerst zu spüren ist.

      Die Reihe der interessanten Bildvorträge wird im Rahmen der aktuellen
      Ausstellung 2017 fortgesetzt.

      Datum: 22. Juni 2017

      www.gasometer.de
      manuelbauer.ch